OSTFRIESISCHE LANDSCHAFT - REGIONALVERBAND FÜR KULTUR, WISSENSCHAFT UND BILDUNG
IMPRESSUM | TELEFONZENTRALE: +49 (0)4941 17 99 0
Landschaft von Ostfriesland
Aktuelles |
MUSEEN-VOLKSKUNDE / VOLKSKUNDE / Aktuelles

Aurich soll frauenORT werden und den Namen Ingrid Buck tragen

 

 

Aurich wird frauenORT

Bereits seit 2016 besteht eine Initiative aus dem Historischen Museum Aurich, der Ostfriesischen Landschaft, der Volkskundlerin Dr. Hedwig Hangen und der Gleichstellungsbeauftragten der Stadt Aurich, die sich mit der Einrichtung eines frauenORTs Aurich befasst.

Wir haben uns entschieden: Aurich soll frauenORT werden und den Namen Ingrid Buck tragen.

Der Landesfrauenrat Niedersachsen e.V. hat über unseren Antrag positiv entschieden.

Der FrauenORT Ingrid Buck wird am 8. Juni 2018 eröffnet.

Informationen zur Person von Ingrid Buck:

Ingrid Buck hat es verstanden, sich ohne Studium als Frau in den Forschungsstand einer Wissenschaft einzuarbeiten und dazu beizutragen, dass die ostfriesische Volkskunde mit modernen Methoden zu neuen Erkenntnissen geführt wurde und jenseits von Heimattümelei einen zeitgemäßen Platz in der europäischen Wissenschaft einnahm. Sie leistete einen wesentlichen Beitrag zu unserer musealen Kulturlandschaft, die in Niedersachsen als vorbildlich gilt. Seit 1968 war Ingrid Buck Leiterin der Arbeitsgruppe Volkskunde und wurde am 8. Juni 1968 zur ersten und bis heute einzigen Landschaftsrätin gewählt. Mit Engagement, Disziplin, Weitblick und Mobilität überwand sie die Grenzen der traditionellen Frauenrolle.

Das Lebenswerk von Ingrid Buck wurde im Historischen Museum Aurich bereits mit einer Ausstellung und weiteren Veranstaltungen zu ihrem 100. Geburtstag gewürdigt.

Ingrid Buck wurde am 10. Dezember 1913 als älteste von drei Töchtern der Familie Irmgard und Dr. Albrecht Neddersen in Aurich geboren. Ihr Vater arbeitete seit 1910 als praktischer Arzt und Chirurg in Aurich. Ihr Elternhaus stand am Ostertor. Ingrid Buck besuchte die Stadtschule an der Kirchstraße und anschließend die Höhere Töchterschule an der Stiftsmühle. Ihre weitere schulische und berufliche Entwicklung war traditionell vorgegeben. Mit 16 ging sie für ein Jahr in ein Mädchenpensionat, bereitete sich anschließend auf einer Landwirtschaftlichen Frauenschule auf die Führung eines Haushaltes vor und konnte erst danach ihren eigenen Berufswunsch verfolgen, sich zur Sportpädagogin auszubilden. 1936 heiratete sie den Landgerichtsrat Ernst-August Buck. Das Ehepaar wohnte an der Eschener Allee. Seit 1939 stand ihr Ehemann als Reserveoffizier an der Ostfront, wo er 1944 in einem Kriegslazarett starb. Zu Kriegsende war Ingrid Buck 31 Jahre alt, Kriegerwitwe und alleinerziehende Mutter. Anfang der 50er Jahre nahm sie an einem Heimatpflege-Lehrgang in Dreibergen teil. Bis zu ihrem Lebensende arbeitete sie ehrenamtlich bei der Ostfriesischen Landschaft.

Die Ostfriesische Landschaft hatte sich 1949 eine neue Verfassung gegeben. Ziele waren die demokratische Erneuerung und deutliche Abkehr von den Gedanken des Nationalsozialismus. Die Neuorientierung sollte alle Gebiete der Kulturpflege erfassen. Für die Arbeitsgruppe Volkskunde und Brauchtum wurden 30 bis 40 ehrenamtliche Mitarbeiter gewonnen.

Ingrid Buck pflegte Kontakte zur Universität Münster und reiste 1954 nach Schweden an die Universitäten in Göteborg, Uppsala und Stockholm. Sie entwickelte Fragebögen, ließ sie in ganz Ostfriesland beantworten, wertete sie aus, dokumentierte und präsentierte die Ergebnisse. Ihre Leistung liegt in einem volkskundlichen Archiv, das neben der Dokumentation der Arbeits- und Lebenswelt in Ostfriesland auch eine Sammlung alltagsgeschichtlicher Gegenstände beinhaltet. Presse und Rundfunk berichteten regelmäßig über die Arbeitsgruppe. Ingrid Buck hielt Vorträge u. a. vor Heimatvereinen, Landfrauenvereinen und Kirchenkreisen. Sie vertrat Ostfriesland auf Tagungen der Deutschen Gesellschaft für Volkskunde sowie beim Norddeutschen Altertums- und Geschichtsverein. Ihr Wissen stellte sie anderen bereitwillig zur Verfügung. Sie bearbeitete Anfragen aus der Bevölkerung innerhalb und außerhalb Ostfrieslands bis hin nach Amerika. Sie unterstützte Examensarbeiten und Publikationen und publizierte auch selbst.

In Aurich blieb ihr Engagement nicht auf die Brauchtumspflege beschränkt, sondern reichte in die Stadtpolitik hinein. Sie war Mitglied im Heimatverein, trat ein für den Erhalt der Stiftsmühle und für die Einrichtung des Mühlenfachmuseums. Sie war Mitglied im Museumsverein Aurich/Ostfriesland e. V., der für die Gründung des Historischen Museums Aurich an der Burgstraße sorgte. 1988 wurde Ingrid Buck mit der Ubbo-Emmius-Medaille ausgezeichnet, am 28. Mai 1988 in Bad Iburg durch Ministerpräsident Dr. Ernst Albrecht für ihr ehrenamtliches Engagement geehrt. Das Amt der Landschaftsrätin hatte sie bis 1988 inne.

Ingrid Buck starb am 15. Mai 1996 im Alter von 82 Jahren und wurde auf dem städtischen Friedhof Aurich bestattet.

Aurich, den 11.12.2017

Brigitte Junge

 

Für weitere Informationen stehen wir gerne zur Verfügung.

·        Historisches Museum Stadt Aurich, Brigitte Junge, Museumsleitung

Tel. 04941 – 123601  mail: junge@stadt.aurich.de

·        Ostfriesische Landschaft Dr. Nina Hennig, Leiterin Museumsfachstelle/Volkskunde
Tel.: 04941 – 179950
mail: hennig@ostfriesischelandschaft.de

·        Volkskundlerin Dr. Hedwig Hangen  mail: h.hangen@freenet.de

Gleichstellungsbeauftragte Stadt Aurich Birgit Ehring-Timm,
Tel.: 04941 – 121900 mail: ehring-timm@stadt.aurich.de

 

 

 

 

Erstcheck-Projekt zur Provenienzforschung in Ostfriesland

Zum 1. August ist das erste vom Deutschen Zentrum Kulturgutverluste geförderte Erstcheck-Projekt zur Provenienzforschung in Ostfriesland gestartet. Der Historiker Lennart Gütschow M.A. wird in einem Zeitraum von vier Monaten in den Heimatmuseen Leer und Rheiderland sowie bei der Ostfriesischen Landschaft eine Sichtung der Sammlungsbestände und ihrer Dokumentationen vornehmen, um einzuschätzen, ob es Objekte gibt, deren Herkunft ungeklärt oder verdächtig ist. Dabei werden vornehmlich die Stücke in den Blick genommen, die zwischen 1933 und 1945 Eingang in die jeweiligen Sammlungen gefunden haben.

Die Dokumentation der Objektherkunft gehört zur wichtigen Grundlagenarbeit von Museen und anderen Sammlungen, ist aber aus den verschiedensten Gründen oftmals nicht vollständig. Um einen ersten Überblick zu erhalten, ob für die Zeit des Nationalsozialismus Sammlungszugänge als NS-verfolgungsbedingt entzogenes Kulturgut verdächtig zu erachten sind, ist es notwendig, die dafür sprechenden Quellen – Zugangsbücher, Inventaraufzeichnungen, Schriftverkehr und andere Akten der Verwaltung – zu sichten und die Bestände auf Herkunftsvermerke zu untersuchen.

Auf Initiative des Niedersächsischen Ministeriums für Wissenschaft und Kultur wurde das Modell des „Erst-Checks“ mit dem Netzwerk Provenienzforschung in Niedersachsen und dem Landschaftsverband Südniedersachsen bereits 2016 erfolgreich in Südniedersachsen eingeführt und dort mittlerweile auf weitere Einrichtungen ausgedehnt. Es richtet sich explizit an mittlere und kleine Museen, die aus verschiedenen Gründen oftmals nicht in der Lage sind, die aufwändigen Recherchen zur Herkunft ihrer Sammlungsbestände aus eigener Kraft durchzuführen. In der Mehrzahl der bereits überprüften Einrichtungen konnten Verdachtsfälle ermittelt werden, denen nun im Rahmen weiterer Forschungen nachgegangen wird. Mit dem nun gestarteten Pilotprojekt in Ostfriesland wird die notwendige Suche nach NS-Raubgut nach Norden ausgedehnt und damit insgesamt intensiviert.

KALENDER
Events
Literarische Wandelführung mit Marie Ulfers Roman "Windiger Siel". Diese Veranstaltung ist Teil des Begleitprogramms zur Gemeinschaftsausstellung "unnerwegens" des Museumsverbunds Ostfriesland. Näheres unter: www.dshm.de
Beginn: 28.12.2017 16:30 Uhr
Ende: 28.12.2017 18:00 Uhr
Vortrag im Kapitänshaus des Deutschen Sielhafenmuseums. Näheres unter: www.dshm.de  
Beginn: 29.12.2017 17:00 Uhr
Ende: 29.12.2017 19:00 Uhr
In der Führung wird sehr anschaulich die Flucht vieler Menschen in Folge des Vietnamkriegs, deren Ankunft und Integration in Deutschland zwischen den 1970er und 1990er Jahren und darüber hinaus die Fluchtursachen der heutigen Zeit besprochen. Das Bes...
Beginn: 30.12.2017 15:00 Uhr
Ende: 30.12.2017 15:45 Uhr
Vortrag von Bernd Kumstel, Stadt Norden / Fachdienst Umwelt und Verkehr Eintritt 5,00 €, Mitglieder 4,00 € Näheres unter: www.teemuseum.de
Beginn: 17.01.2018 19:30 Uhr
Ende: 17.01.2018 21:00 Uhr
In der Führung wird sehr anschaulich die Flucht vieler Menschen in Folge des Vietnamkriegs, deren Ankunft und Integration in Deutschland zwischen den 1970er und 1990er Jahren und darüber hinaus die Fluchtursachen der heutigen Zeit besprochen. Das Bes...
Beginn: 27.01.2018 15:30 Uhr
Ende: 27.01.2018 16:15 Uhr
Diavortrag von Harm Severiens Bitte Teetasse mitbringen!  Näheres: Heimat-Museum Rheiderland Neue Str. 26 26826 Weener Tel.: 04951-1828  
Beginn: 05.02.2018 19:30 Uhr
Ende: 05.02.2018 21:00 Uhr
In der Führung wird sehr anschaulich die Flucht vieler Menschen in Folge des Vietnamkriegs, deren Ankunft und Integration in Deutschland zwischen den 1970er und 1990er Jahren und darüber hinaus die Fluchtursachen der heutigen Zeit besprochen. Das Bes...
Beginn: 10.02.2018 15:00 Uhr
Ende: 10.02.2018 15:45 Uhr
Detlef Kolthoff zeigt einen Diavortrag über die Toer- und Pflanzenwelt in unserer Region   Bitte Teetasse mitbringen! Näheres: Heimat-Museum Rheiderland Neue Str. 26 26826 Weener Tel.: 04951-1828  
Beginn: 05.03.2018 19:30 Uhr
Ende: 05.03.2018 21:00 Uhr
In der Führung wird sehr anschaulich die Flucht vieler Menschen in Folge des Vietnamkriegs, deren Ankunft und Integration in Deutschland zwischen den 1970er und 1990er Jahren und darüber hinaus die Fluchtursachen der heutigen Zeit besprochen. Das Bes...
Beginn: 24.03.2018 15:00 Uhr
Ende: 24.03.2018 15:45 Uhr
In der Führung wird sehr anschaulich die Flucht vieler Menschen in Folge des Vietnamkriegs, deren Ankunft und Integration in Deutschland zwischen den 1970er und 1990er Jahren und darüber hinaus die Fluchtursachen der heutigen Zeit besprochen. Das Bes...
Beginn: 08.04.2018 15:00 Uhr
Ende: 08.04.2018 15:45 Uhr