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Landschaft von Ostfriesland
Serenade - Organeumkonzerte |
Serenade - Organeumkonzerte

Serenade auf dem Zell-Cembalo zum Telemann-Jahr 2017

Donnerstag, 17. August 2017  20:00 Uhr

 

Cembalo von Christian Zell 1741 - ein Telemann Cembalo?

VI Ouverturen von Georg Philipp Telemann

Anke Dennert konzertiert auf dem Cembalo von Christian Zell

Georg Philipp Telemanns Oeuvre für ein Tasteninstrument Solo ist sehr schmal im Vergleich zu den schier unerschöpflichen 600 Instrumental Ouverturen, an die 1600 Kantaten, Passionen Festmusiken, Opern, Sonaten, Suiten, Instrumentalmusik in jeder erdenklichen Besetzung… 

 

Die VI Ouverturen für Cembalo Solo bilden Telemanns letzte zyklische Komposition für ein Soloinstrument. Nach 36 Fantasien für Cembalo (1732) und je 12 Fantasien für Violine (1735), Flöte (1733) sowie für  Viola da Gamba (1735), die Telemann in Hamburg im Selbstverlag veröffentlichte, ließ der inzwischen 60-jährige europaweit berühmte Komponist seine Ouverturen 1745 in Nürnberg bei Balthasar Schmid drucken.

 

Im vollständigen Titel der Komposition „Ouverturen nebst zween Folgesätzen bey jedweder, Französisch, Polnisch oder sonst tändelnd und Welsch“ zeigt sich Telemann als musikalisch bekennender Europäer, der die stilistischen Eigenheiten der charakteristischen Nationalstile perfekt beherrschte und in seinen Kompositionen zu einem ganz eigenen Personalstil verschmolz - so erklingen hier als Folgesätze der prächtigen französisch-pompösen Ouverturensätzen, polnisch folkloristische Tänze, französisch höfische Ballette, italienisch virtuose Concertosätze oder deutsche strenge Polyphonie.

 

Als 1741 der Hamburger Instrumentenbauer Christian Zell ein Cembalo für Carl Edzard, Fürst von Ostfriesland schuf, war Georg Philipp Telemann bereits seit 20 Jahren Director Musices in Hamburg. Wir wissen nicht, welche Instrumente Telemann selbst besaß, sicherlich kannte er aber die Werkstatt und sowie die Instrumente des Christian Zell - warum sollte er nicht die Qualität des „neuen Zell“ mit den gerade entstehenden Ouverturen geprüft haben. So erklingen in Weener auf dem Zell Instrument von 1741 die VI Ouverturen womöglich als déjà vue oder besser déjà écouté.

 

Anke Dennert studierte zunächst Blockflöte und historische Blasinstrumente mit Nebenfach Cembalo an der Musikhochschule Hamburg. Als begeisterte Begleiterin und Kammermusikerin wurden die Tasteninstrumente ihr Hauptfach. Nach Studienzeiten mit Robert Kohnen in Brüssel und Andreas Staier in Köln machte sie in Hamburg Konzertexamen für Cembalo und Clavichord bei Gisela Gumz. Seither tritt sie als leidenschaftliche Continuo-Spielerin mit Ensembles und Orchestern in Europa sowie den USA auf. Rundfunkaufnahmen entstanden für NDR, Deutschlandfunk und BR.

 

Die Musikerin widmet sich schwerpunktmäßig der Wiederaufführung vergessener Werke, dabei gilt ihr besonderes Interesse Werken von Komponistinnen. So erschienen beispielsweise Sonaten von Anna Bon di Venezia mit dem Ensemble Umbach & Consorten. Anke Dennert ist Mitglied im Ensemble Obligat, Hamburg, dessen Repertoire im Spannungsfeld von alter und zeitgenössischer Musik liegt. Bei GENUIN classics wurde die CD

Sanssouci–Versailles eingespielt. Mit Toutes Suites, San Diego erschienen ebenfalls bei GENUIN Jean Michel Muller – XII Sonates als Weltersteinspielung, Sebastien Bodinus Musicalisches Divertissement IV sowie Music for Hautbois Band von Schieferdecker und Krieger.

 

Als Dozentin für historische Tasteninstrumente und Generalbass lehrt Anke Dennert am Hamburger Konservatorium sowie bei Kursen Alter Musik.

 

 

 

 

KALENDER
Events
Stephan Lutermann (Melle) konzertiert an der Arp Schnitger-Orgel in der Georgskirche Weener.
Beginn: 05.11.2017 17:00 Uhr
Ende: 05.11.2017 18:20 Uhr
Das Neujahrskonzert an der Arp Schnitger-Orgel in der weihnachtlich geschmückten Georgskirche Weener gestaltet LKMD Winfried Dahlke. Anschließend gibt es einen musikalischen Nachklang bei Punsch und Gebäck im Organeum.
Beginn: 07.01.2018 17:00 Uhr
Ende: 07.01.2018 18:00 Uhr