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JAHRESBERICHTE

Jahresbericht 2016

ORGANEUM – Orgelakademie Ostfriesland Jahresbericht 2016

 

Tiefgreifende Einschnitte

Das Organeum hatte 2016 zwei tiefgreifende Einschnitte zu verkraften. Wegen rückläufiger Zinseinnahmen wurden die Zuweisungen aus der Ostfriesland-Stiftung um zwei Drittel gekürzt. Daher wurden die redaktionellen Arbeiten zur Veröffentlichung eines Jahresprogramms nicht mehr in Layout und Druck umgesetzt. Stattdessen erschienen zur zweiten Jahreshälfte Faltblätter mit den eigenen Konzerten und Orgelexkursionen. Im Laufe des Jahres wurden Möglichkeiten gesucht, Verbindlichkeiten zu lösen und Kosten zu reduzieren.

 

Weit schwerer wog ein Todesfall im Organeum-Team. Plötzlich und unerwartet wurde die Mitarbeiterin Johanne Dreesmann aus dem Leben gerissen, die sich neben ihren tariflichen Stunden in erheblichem Maße ehrenamtlich für das Organeum eingesetzt hatte. Sie organisierte und begleitete die Exkursionen, betreute die Gäste, war tragende Säule der Gartenfeste und bildete mit der Hauptverwaltungskraft Simone Bleeker ein Team, das alle Veranstaltungen gemeinsam meistern konnte. Das Gartenfest im Mai wurde aus Trauergründen abgesagt. Obwohl manche Aufgaben von anderen helfenden Händen aufgefangen werden konnten, blieb der Einschnitt spürbar.

 

Kurzfilm zur Funktion der Orgel

Am 9. März entstand im ORGANEUM ein Kurzfilm über die Funktion der Pfeifenorgel. Renate Baumgart, stellvertretende Chefredakteurin des Evangelischen Kirchenfunks Niedersachsen besuchte mit einem Team das ORGANEUM und nahm mit Landeskirchenmusikdirektor Winfried Dahlke Sequenzen für einen Film über die Funktion der Pfeifenorgel auf. Die Ahrend-Hausorgel und die Orgel für das Klassenzimmer dienten als Anschauungsobjekte für den dreieinhalbminütigen Beitrag, der online zur Verfügung steht. Im Jahresrückblick auf 2016 betonte die evangelisch.de-Redaktion, dass das Orgelvideo bei den Usern sehr gut angekommen ist und auch sehr gute Rückmeldungen bekommen hat. 

 

Orgelfachtagung vom 17. bis 20. Mai 2016
In Verbindung mit der Vereinigung der Orgelsachverständigen Deutschlands (VOD) richtete das ORGANEUM vom 17.-20. Mai die jährliche Arbeitstagung aus. Die Tagung stand unter dem Motto „Kopieren vs. Kapieren“. Im Mittelpunkt stand die norddeutsche Barockorgel als Vorbild für die Neobarockorgel der Orgelbewegung. Die Tagungsleitung lag bei dem Direktor des Organeums, LKMD Winfried Dahlke und dem Vorsitzenden der VOD, OSV Christoph Keggenhoff (Speyer). 

 

Bild: Gruppenfoto der Mitglieder der VOD-Tagung am 17. Mai auf der Gartentreppe des Organeums

 

Die Tagung wurde am Dienstag, dem 17. Mai nachmittags im ORGANEUM mit einer Führung durch die Sammlung historischer Tasteninstrumente und der Vorstellung der Arp Schnitger-Orgel in der Georgskirche Weener musikalisch eröffnet. Am Mittwochvormittag folgte im Europahaus in Aurich ein Vortrag über „Orgelmusik und Orgelbau als immaterielles Erbe der Menschheit“ von Prof. Dr. Michael Kaufmann. Am Nachmittag schlossen sich Vorträge der Referenten Jürgen Ahrend, Hendrik Ahrend und Reinhard Ruge an. Am Abend fuhren die Teilnehmer nach Buttforde, um eine der bedeutendsten Denkmalorgeln zu hören. Winfried Dahlke gestaltete ein Konzert auf der Joachim Richborn-Orgel von 1681.

Am Donnerstag stand eine große Orgelexkursion per Bus nach Norden, Marienhafe, Westerhusen, Uttum und Rysum auf dem Programm.  

Zum Tagungsende am Freitag unternahmen die Teilnehmer einen Orgelspaziergang durch die Stadt Aurich. Maxim Polijakowski stellte die Ahrend & Brunzema-Orgel in der Lamberti-Kirche vor, deren Bedeutung als hochqualitatives Beispiel für den historisch orientierten Orgelbau der Orgelbewegung bis heute ungebrochen ist. Abschließend ließ Winfried Dahlke die Gerd Sieben Janssen-Orgel in der reformierten Kirche und die B. Edskes-Orgel in der katholischen Kirche erklingen.

 

Neuerwerbung: Der Orgelkoffer / Die Kofferorgel

Der Förderkreis Organeum in Weener e.V. übergab dem ORGANEUM am 9. Juni 2016 für die pädagogische Arbeit eine „Kofferorgel“. Sie ist für das Programm „Orgel im Klassenzimmer“ konzipiert. Entwickelt und gebaut wurde sie von dem Leeraner Orgelbaumeister Gregor Bergmann. In einem Koffer aus Holz befinden sich elementare Bausteine einer Pfeifenorgel, die einzeln betrachtet und ausprobiert werden können. Zusammengefügt ergeben sie eine funktionsfähige Kleinorgel, auf der eine Principalpfeife, eine Zungenpfeife und eine Reihe aus sechs Gedacktpfeifen erklingen können. Dazu kann über eine kleine Zugschleife eine zwitschernde Nachtigall hinzugezogen werden oder alternativ der von den zwei Mehrfaltenbälgen gelieferte Winddruck mittels einer aufsetzbaren Windwaage gemessen werden. Darüber hinaus enthält der Koffer ein zusammensteckbares Fußmaß und weitere Anschauungsstücke zum Orgelbau. Eine besondere Attraktion ist eine gedackte Pfeife, die im Querschnitt aufgetrennt ist und die Tonerzeugung einer Labialpfeife sichtbar macht. Zusammengefügt bringt sie wieder einen Ton hervor.

 

Bild (eventuell zwei Ausschnitte) Der Orgelkoffer und / oder Die Kofferorgel

 

Hoher Besuch im Organeum

Am 26. August erhielt das Organeum hohen Besuch aus Hannover. Die Stadt Weener hatte den niedersächsischen Ministerpräsidenten Stephan Weil zu Besuch und wählte das Organeum als Ort für die Begegnung, politische Gespräche und den Eintrag ins goldene Buch der Stadt. Obwohl der zeitliche Rahmen eng begrenzt war, erfreute sich der Ministerpräsident mit großer Aufmerksamkeit an den Orgelklängen und hörte mit Interesse zu, als Bürgermeister Sonnenberg vom Organeum und der Orgelkultur erzählte.

 

Musiktheaterprojekt „Gliek un anners - Luther und Karlstadt“

 Am 25. September feierte in der Ev.-ref. Kirche zu Oldersum das Musiktheaterprojekt „Gliek un anners - Luther und Karlstadt“ vor rund 200 Besuchern Premiere. In Zusammenarbeit mit dem Projekt Freiheitsraum Reformation der Universität Oldenburg, der Ev.-ref. Kirche und dem Organeum sowie durch die Förderung der Ostfriesischen Landschaft wurde es möglich, das Musiktheaterprojekt mit zwei weiteren Aufführungen in der Georgskirche Weener (23.10.) und in der Großen Kirche zu Leer (30.10.) zu verwirklichen. Das Hoch- und niederdeutsche Schauspiel aus der Feder des Autoren Erhard Brüchert hatte eine Episode aus der Reformationszeit zum Inhalt. Martin Luther und sein Doktorvater Karlstadt entzweiten sich in ihren Überzeugungen, woraufhin Karlstadt in Ostfriesland Zuflucht und Predigtfreiheit suchte. Das neu geschaffene Musiktheaterprojekt stellte eine Verbindung von Orgelmusik und Theaterproduktion her und wurde von Schauspielerinnen und Schauspielern von sechs verschiedenen Bühnen der Arbeitsgemeinschaft Ostfriesischer Volkstheater unter der Regie von Elke Münch auf die Bühne gebracht. In den Aufführungen kamen jeweils die große Kirchenorgel sowie die Baldachin-Orgel aus dem Organeum zum Einsatz. Winfried Dahlke kommentierte die Theaterszenen mit passender Musik. Das eineinhalbstündige Musiktheaterprojekt wurde in hoch- und niederdeutschen Artikeln in der Presse gewürdigt.

 

Bild: Foto von den Proben zur Aufführung: Jakob Janshen (Kalkant) und Winfried Dahlke an der Baldachin-Orgel

 

 

Offene musikalische Führungen

Von April bis September wurde wieder jeweils am Mittwochnachmittag um 15.00 Uhr zu öffentlichen Führungen durch das Organeum eingeladen. In den Sommermonaten nahmen wieder viele Urlauber dieses Angebot an. Nachdem im Dezember 2015 die Eisenbahnbrücke in Weener zerstört worden war, machte sich im Berichtsjahr eine Verringerung der Zahl der Fahrradtouristen bemerkbar.

 

Orgelexkursionen

Das Organeum veranstaltete im Berichtsjahr fünf Orgelexkursionen, von denen drei als Busreisen angeboten wurden und zweie mit individueller Anreise rechneten. Am 16. April und am 21.Mai führten zwei gut ausgebuchte Orgelreisen auf den Spuren der Musikgeschichte in die Krummhörn nach Rysum, Larrelt, Canum, Groothusen und nach Westerhusen, Uttum, Manslagt und Pilsum. Individuell erfolgte die Anreise zum „Auricher Orgelspaziergang“ am 20. Mai und zum „Romantischen Abendliedersingen am Emsdeich“ am 2. September. Zum Abendliedersingen füllten sich die Dorfkirchen von Esklum, Driever und Grotegaste wieder bis auf den letzten Platz. Zur Exkursion am 8. Oktober mit dem Thema „Europäische Orgelstraße“ nach Stapelmoor, Rhede, Bellingwolde und Jemgum hatten sich rund 90 Teilnehmer angemeldet, sodass zwei Busse eingesetzt werden konnten.

 

Angebote für Schulklassen

Die Angebote für Schulklassen wurden auch 2016 gut angenommen. Als Besonderheit hatte das Gymnasium Papenburg im Rahmen der Projektwoche zum Thema Wind eine Projektgruppe „Orgel“ eingerichtet, die sich in praktischen Modellversuchen mit dem Orgelbau beschäftigte. Am 15. Juni verbrachte die Projektgruppe einen Vormittag im Organeum und am folgenden Tag folgte ein Besuch im Gymnasium mit dem Orgelkoffer und der Orgel im Klassenzimmer. 

 

Sonntagskonzerte

Das Organeum setzte die Reihe der Sonntagskonzerte an der Arp Schnitger-Orgel in Weener mit internationalen Gästen fort. Auf das Neujahrskonzert mit Winfried Dahlke folgte im Februar Prof. Roland Dopfer aus Bremen. In den folgenden Monaten waren mit Stef Tuinstra, Sietze de Vries und Pieter Dirksen drei berühmte niederländische Künstler zu Gast. Pieter Dirksen konzertierte zusammen mit dem Barockensemble Le Chardon unter der Leitung von Hajo Wienroth und einem Programm spätbarocker Kammermusik. Im Juni gastierte Schnitger-Preisträger Krzysztof Urbaniak aus Polen, gefolgt von Kumiko Matsunami aus Japan und Annie Laver aus den USA. Im September konzertierte Domorganist Stephan Leuthold aus Bremen und im Oktober nahmen mit Margareta Hürholz und Roland Dopfer gleich zwei Orgelprofessoren für ein „Vierhändigprogramm“ auf der Orgelbank Platz. Im November beschloss Martin Böcker aus Stade die Sonntagskonzerte mit einem eindringlichen Konzert unter dem Leitwort „Vom Blühen und Vergehen“.

 

Kooperationskonzerte

In Kooperation mit den Leeraner Innenstadtgemeinden wurde vom 23. Juni bis zum 28. Juli zu den sechs Konzerten des 24. Internationalen Leeraner Orgelsommers eingeladen, der sich auch 2016 großer Beliebtheit erfreute.

 

In Kooperation mit der niederländischen Kirchengemeinde Bellingwolde gestalteten Winfried Dahlke und Darija Schneiderova für das Organeum am 28. August und am 13. November zwei Konzerte an der Schnitger & Freytag-Orgel von 1797, zu denen sich wieder viele Besucher von beiderseits der Grenze einfanden.

 

Französisches Orgelfest in Stapelmoor

Ein Empfang im Organeum mit internationalen Gästen und einer Ansprache des Bürgermeisters Ludwig Sonnenberg bildete den Auftakt zum französischen Orgelfest in Stapelmoor, das am Sonntag, dem 21. August gefeiert wurde. Unter dem Titel „Der König ist tot – Es lebe der König!“ gestalteten Titularorganist Olivier Périn, Paris, das Ensemble „Celeste Sirene“, Berlin, der Tänzer Lieven Bart, Gent unter der Leitung von Sänger, Tänzer, Kostüm- und Bühnenbildner Niels Badenhop, Berlin eine begeisternde Musiktheateraufführung in der Kreuzkirche Stapelmoor. Die Aufführung, die durch die Kulturförderung der Ostfriesischen Landschaft gefördert wurde, hatte ein volles Haus und überzeugte mit musikalischer und darstellerischer Finesse.

 

Musik im Gespräch / Serenade

Am 22. Januar, 19. Februar und 20. November wurde zu Veranstaltungen in der Reihe „Musik im Gespräch“ und „Serenade“ in das Organeum eingeladen. Den Auftakt bildete im Januar die Aufführung von drei Biblischen Sonaten von Johann Kuhnau durch Winfried Dahlke. Ein besonderes Echo unter den zahlreichen Besuchern fand der Vortrag von Dr. Karl Wurm (Duderstadt) über die 12 Kleinen Präludien und Fugen von Johann Sebastian Bach. Gute Resonanz fand auch das Clavichordkonzert mit Sigrun Stephan unter dem Titel „Ars longa – 300 Jahre Clavichordmusik“ am Ewigkeitssonntag.

 

 

Adventskonzert im Organeum

Am 8. Dezember wurde um 17.00 und um 20.00 Uhr zu zwei Aufführungen des Adventskonzertes in den Saal des Organeums eingeladen. James O'Toole – Violine, Hajo Wienroth - Traversflöte und Poppy Walshaw – Violoncello spielten Trios von Joseph Haydn. Winfried Dahlke ließ auf der Ahrend-Orgel Triosonaten von Gottfried Heinrich Stölzel erklingen. In der Pause wurde zu alkoholfreiem Punsch und Gebäck eingeladen. Beide Aufführungen waren ausverkauft.

 

Neuerscheinung im Dezember: Doppel-CD Ostfriesland II

Im Berichtsjahr konnte mit der Doppel-CD Ostfriesland II ein Projekt für NOMINE e.V. (Norddeutsche Orgel- und Musikkultur in Niedersachsen und Europa) zum Abschluss gebracht werden. Rund 180 Minuten Musik, eingespielt von Winfried Dahlke an den Orgeln zu Backemoor, Böhmerwold, Buttforde, Esens, Groothusen, Manslagt, Midlum und Weener wurden nochmals abgehört, in ein musikalisches Konzept gebracht und durch ein informatives Booklet ergänzt. Anlässlich einer Pressekonferenz am 5. Dezember im Landschaftshaus in Aurich konnte bereits über positive Verkaufszahlen berichtet werden.  

 

März/April 2017 Winfried Dahlke

 

 

 

Jahresbericht 2015

ORGANEUM – Orgelakademie Ostfriesland Jahresbericht 2015

 

Jahresprogramm

Das Organeum veröffentlichte im Berichtsjahr ein hochwertig gestaltetes Jahresprogramm, das auf 62 Seiten den Zeitraum von Mai 2015 bis Mai 2016 abbildete. Die einführenden Seiten informierten über die Ausstattung, Aufgaben und Ziele des Organeums, über die Angebote für Schulklassen, Fortbildungen für Organisten und die großen ostfriesischen Orgelkonzertreihen. Den Hauptteil der Broschüre bildete die chronologische Übersicht über Konzerte, Exkursionen und Führungen des Organeums sowie über die weiteren Orgelkonzertreihen in Ostfriesland. Auf 40 Seiten wurde ein Überblick über rund 200 Orgelangebote in ganz Ostfriesland gegeben.

 

Orgelexkursionen

Das Organeum veranstaltete im Berichtsjahr sieben Orgelexkursionen, von denen fünf Fahrten als Busreisen angeboten wurden und zweie mit individueller Anreise rechneten. Drei Exkursionen hatten die benachbarte Provinz Groningen zum Ziel, die für ihre historischen Orgeln ähnlich berühmt ist wie Ostfriesland. Auf diesen Fahrten waren die Reisebusse jeweils fast ausgebucht. Viele neue Interessierte nutzen diese Gelegenheit, sich mit dem Thema „Orgelkunst“ zum ersten Mal zu befassen. Der Leeraner Orgelspaziergang und das Romantische Abendliedersingen am Emsdeich lockten jeweils mehr als 100 Besucher in die Kirchen.

 

·        11. April: Leeraner Orgelspaziergang (Präsentation der Ahrend-Orgel in der Lutherkirche durch KMD Gehrold, Vorstellung der restaurierten Winter-Orgel in der Mennonitenkirche sowie abschließendes Konzert an der teilrestaurierten Orgel der Großen Kirche durch LKMD Dahlke)

·        23. Mai: Die Orgeln der „Europäischen Orgelstraße“, Orgelexkursion nach Jemgum (englische Orgel), Bellingwolde (Schnitger & Freytag-Orgel von 1797), Rhede (italienische Orgel), Stapelmoor (französische Orgel) und Weener (Arp Schnitger-Orgel)

·        3. Juli: Abendliedersingen und liturgische Nachtgedanken in den Dorfkirchen von Esklum Driever und Gotegaste an der „Straße der Orgelromantik am Emsdeich“

·        11. Juli: Orgel begeistert! 25 Orgelschüler gestalteten fünf Orgelpräsentationen in Jennelt, Groothusen, Weener, Midlum, Hatzum und Ditzum und ließen mit ihren Programmen einen vielseitigen Tag rund um das Orgelspiel entstehen. 

·        20. Juni: Orgeln in der Provinz Groningen I; „Frühbarocke Orgeln in terzenreiner Stimmung in Kantens, Zeerijp und Eenum

·        8. August: Orgeln in der Provinz Groningen II; „Vier Generationen meisterlicher Orgelbau“ in t‘Zandt, Zandeweer und Noordwolde

·        19. September: Orgeln in der Provinz Groningen III; „Heinrich Hermann Freytag - Orgeln“ in Finsterwolde, Oostwold und Zuidbroek

 

Neuzugang zur Instrumentensammlung

Im Berichtsjahr erfuhr die Instrumentensammlung eine weitere Bereicherung: Die Evangelische Kirche in Hessen und Nassau (EKHN) stellte dem Organeum eine wertvolle Dauerleihgabe zur Verfügung, die Kopie der Baldachinorgel der Churburg von 1559, erbaut von der Orgelbauwerkstatt Jürgen Ahrend 1994. Das Vorbild der Baldachin-Orgel wurde 1559 von Michael Strobl aus Ammergau für den Ritter Jakob Trapp gebaut und hat die Churburg nie verlassen. Die Orgel wurde 1969 von Ahrend & Brunzema restauriert.

 

Die sechs Register dieser nach der Churburg-Orgel geschaffenen Replik spielen mit großer Intensität und Helligkeit auf und repräsentieren in Verbindung mit dem Tonumfang und der mitteltönigen Stimmung den Orgelklang der Renaissance. Die Orgel kann ausschließlich über die Betätigung der beiden Schöpfbälge mit Wind versorgt werden. Das Heben der durch große Bleigewichte beschwerten Balgplatten ist seitdem für viele Besucher ein Erlebnis geworden. 

 

 

Gartenfest am 5. Mai

Am 3. Mai luden das Organeum und der Förderkreis Organeum in Weener e.V. zum Gartenfest ein. Bei strahlendem Sonnenschein fanden sich rund 250 Besucher ein, die bei einem großen Kuchenbuffet, Kaffee, Tee und Musik die Atmosphäre genossen.

Währenddessen musizierten Andreas Böhlen und die Sopranistin und Harfenistin Tanja Vogrin. Winfried Dahlke stellte die Baldachinorgel vor, die neu zur Sammlung hinzugekommen war. Zum Abschluss konzertierten Andreas Böhlen und Tanja Vogrin in der Georgskirche mit Musik aus England und Italien aus dem späten 16. und frühen 17. Jahrhundert. Viele Besucher des Gartenfestes nahmen dieses besondere Konzertereignis an und bedankten sich bei den Künstlern mit lang anhaltendem Applaus.  

 

Konzerte

Das Organeum setzte im Berichtsjahr die Reihe der Sonntagskonzerte an der Arp Schnitger-Orgel in der Georgskirche Weener fort. Der Besuch der elf Orgelkonzerte pendelte zwischen 50 bis 120 Besuchern, sodass die Reihe mit durchschnittlich 75 Zuhörern wieder ein verlässliches Stammpublikum verzeichnete.

 

In Kooperation mit der niederländischen Kirchengemeinde Bellingwolde gestaltete Winfried Dahlke für das Organeum am 30. August und am 8. November zwei Konzerte am, zu denen sich viele Besucher aus Deutschland und den Niederlanden einfanden.

 

In Kooperation mit der Ev.-ref. Kirchengemeinde Stapelmoor wurde am 26. Juni zum „Konzert zum Tee“ in die Kreuzkirche Stapelmoor und in den Pfarrgarten eingeladen. Niels Badenhop und Christiane Gerhardt (Ensemble Celeste Berlin) und die zahlreichen ehrenamtlichen Helfer aus der Gemeinde gestalteten zur Begeisterung der zahlreichen Besucher ein musikalisches und kulinarisches Gesamtkunstwerk. Am 30. Dezember wurde wieder zum traditionellen Noëlkonzert in die Kreuzkirche Stapelmoor eingeladen.

 

Der Landkreis Emsland lud in Zusammenarbeit mit dem Organeum am 19. Juli zu einem Ensemblekonzert mit Liebesliedern der italienischen Renaissance und am 15. November unter dem Titel „In stilo moderno“ zu einem Ensemblekonzert mit dem Ensemble Bell’arte Salzburg in die Alte Rheder Kirche ein.

 

In Kooperation mit den Leeraner Innenstadtgemeinden wurde zu den Konzerten des Internationalen Leeraner Orgelsommers eingeladen, die sich auch 2015 großer Beliebtheit erfreuten. Erstmalig wurde die Mennonitenkirche mit der restaurierten Brond de Grave-Winter-Orgel mit einem siebten Konzert in die Reihe miteinbezogen.

 

Hinzu kamen die Sonn- und Feiertagsmatinéen zu den kirchlichen Festtagen sowie eine Reihe von Benefizkonzerten in der Großen reformierten Kirche Leer. Wolfgang Baumgratz, Wolfgang Zerer, Roland Dopfer und Sietze de Vries hatten sich bereit erklärt, die Finanzierung der Orgelrestaurierung durch ein Konzert zu unterstützen.

Adventskonzert im Organeum

Guten Zuspruch fand am 9. Dezember das Adventskonzert, das in diesem Jahr wegen der größeren Instrumentalbesetzung in der Georgskirche Weener angeboten wurde. Das Europäische Barockorchester „Le Chardon“ unter der Leitung des Flötisten Hajo Wienroth brachte Konzerte von G.Fr. Händel und J.S. Bach zu Gehör. Auf der Schnitger-Orgel spielte Winfried Dahlke. Im Anschluss wurde zu alkoholfreiem Punsch, weihnachtlichem Gebäck und einem musikalischen Nachklang in das stimmungsvoll illuminierte ORGANEUM eingeladen.

 

Angebote für Schulklassen

Die Angebote für Schulklassen wurden im Berichtsjahr verstärkt angenommen.

Insgesamt 29 Schulklassen nutzten das für die Schulen kostenfreie Angebot des Organeums. Die Klasse 4a der Grundschule Holthusen berichtete über ihren Organeum-Besuch am 11. Juni im Rahmen des Projekts „Lese-Leuchten“ für die Ostfriesen-Zeitung. Die „Orgel für das Klassenzimmer“ überzeugte in der Schule mit ihrem schönen Klang und der Anschaulichkeit aller Details. Die Angebote für Schulklassen erwiesen sich als geeignete Methode der Musikvermittlung und zur Weitergabe an Kenntnissen über die Orgel und die ihr verwandten Tasteninstrumente. 

 

 

Deutsch-russischer Kulturaustausch in der Orgelkunst

Im Zeitraum vom 24. September bis zum 12. Oktober waren acht Studentinnen und Studenten der Russischen Gnessin Musikakademie Moskau zu Gast in Weener und unternahmen unter der Leitung von Winfried Dahlke und Professor Alexander Fiseisky eine zweieinhalbwöchige Studienreise. Die Reise gab den russischen Studenten Gelegenheit, 32 bedeutende Orgeln in Ostfriesland und in der Provinz Groningen kennenzulernen und zu spielen. Im Rahmen des Projekts „Deutsch-russischer Kulturaustausch in der Orgelkunst“ gestalteten sie in Midwolda (NL), Weener (Organeum und Georgskirche), Leer (Große Kirche), Emden (Lutherkirche) und Oldersum (ref. Kirche) sechs öffentliche Konzerte.

Die Exkursionen wurden mit einem gemieteten 9-sitzigen Van durchgeführt, den Winfried Dahlke zu den unterschiedlichen Zielen in der Provinz Groningen und in Ostfriesland lenkte. Das Organeum bot die Gelegenheit zum Üben und Musizieren an den historischen Tasteninstrumenten. Das Organeum erwies sich mit den engagierten Mitarbeiterinnen Simone Bleeker und Johanne Dreesmann als idealer Standort für die Durchführung der ausgedehnten Studienreise. Mit Ideenreichtum bescherten sie der Studentengruppe einen gastlichen Aufenthalt und eine abwechslungsreiche Verpflegung. Besucher, die den verschiedenen Konzerten gefolgt sind, konstatierten eine Vertiefung des künstlerischen Ausdrucks und eine insgesamt positive Entwicklung. Das Abschlusskonzert in Oldersum war in jeder Hinsicht ein abschließender Höhepunkt der Reise. Die Studienwochen konnten durch die Unterstützung der Kulturförderung der Ostfriesischen Landschaft und des Vereins OMGO e.V. sowie ehrenamtlicher Arbeit durchgeführt werden.   

 

Fortbildungen für Organistinnen und Organisten

Vom und vom 16.-18. Oktober wurde im Organeum das zweite Fortbildungswochenende im Rahmen der Kirchenmusikalischen Fortbildung (KMF) der Evangelisch-reformierten Kirche durchgeführt. 

Zusätzlich wurde zu neun Terminen am Freitagnachmittag zum „Arbeitskreis Harmonisierung/ Offene Orgelstunde“ eingeladen. An diesen Nachmittagen stand LKMD Dahlke bereit, um Hilfestellung, Korrekturvorschläge und Anregungen für das Schreiben eigener Begleitsätze oder Vorspiele zu geben. Außerdem bestand die Möglichkeit Orgelwerke nach eigener Vorbereitung vorzutragen und Anregungen für die Interpretation und Registrierung zu erhalten.

 

Musik im Gespräch / Serenade

Im Berichtsjahr wurde am 20. Februar, 12. Juni, 9. Oktober und 27. November zu vier Veranstaltungen in der Reihe „Musik im Gespräch“ und „Serenade“ in das Organeum eingeladen. Ein besonderes Echo unter den zahlreichen Besuchern fand der Vortrag von Dr. Karl Wurm (Duderstadt) über die „Innenansichten einer Toccata“. Am Beispiel von Bachs berühmter d-Moll-Toccata entfaltete Wurm mit großer rhetorischer Begabung eine theologische Deutung des bekannten Orgelwerkes.

 

Offene musikalische Führungen

Von April bis September wurde jeweils am Mittwochnachmittag um 15.00 Uhr zu öffentlichen Führungen durch das Organeum eingeladen. In den Sommermonaten nahmen vermehrt Urlauber dieses Angebot an. Insgesamt wurden 402 Besucher gezählt, die sich durch die schmuckvolle ORGANEUM-Villa führen ließen und Klangeindrücke von der Sammlung historischer Tasteninstrumente mitnahmen. Die Erfahrung aus den früheren Jahren lehrte, dass die offenen Organeum-Führungen als Multiplikator wirken und weitere individuell angemeldete Führungen für Gruppen nach sich ziehen. Das Organeum konnte im Berichtsjahr 6.903 Besucher willkommen heißen.

 

Rückläufige Zinsentwicklung trifft auch die Arbeit des Organeums

Das Organeum leistete im Berichtsjahr eine vielseitige Arbeit mit Konzertveranstaltungen und Angeboten in den Bereichen Kulturtourismus, Fortbildung und Musikvermittlung. Hier ist auch wieder ein erhebliches Maß von ehrenamtlicher Mehrarbeit eingeflossen.

Gegen Ende des Jahres musste der Vorstand die Nachricht entgegennehmen, dass die Ostfrieslandstiftung wegen der rückläufigen Zinsentwicklung ihren Förderbeitrag im kommenden Haushaltsjahr stark kürzen muss. Gegenüber früheren Haushaltsjahren beträgt die Kürzung rund zwei Drittel der Haushaltsmittel. Der Vorstand des Organeums beschäftigte sich daher zum Jahresende mit einer Übergangsplanung zur Umstellung der Arbeit und des Haushaltsplanes, wobei noch offene Fragen geblieben sind.

 

 

12. Mai 2016 Winfried Dahlke

 

 

Jahresbericht 2014

ORGANEUM – Orgelakademie Ostfriesland Jahresbericht 2014

 

 

 

Jahresprogramm

Das Organeum veröffentlichte im April 2014 ein Programmheft, das auf 64 Seiten chronologisch rund 160 Orgelveranstaltungen in Ostfriesland und in niederländischen Partnergemeinden ankündigte. Es informierte zudem über die Sammlung historischer Tasteninstrumente, die Aufgaben und Ziele des Organeums, über die Angebote für Schulklassen, Fortbildungen für Organisten und besondere Neuigkeiten. 

 

Orgelexkursionen 2014

Nach dem Themenjahr "Land der Entdeckungen", aus dessen Anlass 2013 besonders viele Orgeln in Ostfriesland vorgestellt wurden, führten 2014 mehrere Orgelfahrten über die Region hinaus, um berühmte Denkmalorgeln östlich der Weser, im Umland Bremens, in Westfalen, in der Mitte Niedersachsens, im südlichen Emsland und in der Grafschaft Bentheim zu besuchen. Die Orgeln präsentierte Organeumsdirektor Winfried Dahlke und die Exkursionsbegleitung hatte Johanne Dreesmann.

Orgeljuwelen in Melle und Möllenbeck

Den Auftakt bildete am 24. Mai eine Orgelfahrt nach Melle und Möllenbeck. In der Ev.-ref. Klosterkirche Möllenbeck war ein bedeutendes Orgelprojekt zum Abschluss gekommen: die Restaurierung der Möhling-Orgel von 1842 durch die Leeraner Orgelbauwerkstatt Ahrend. Sie wurde auf dieser Fahrt von Winfried Dahlke in einer konzertanten Orgelvorstellung erstmals der Öffentlichkeit vorgestellt. Der Besuch der zwei westfälischen Denkmalorgeln von Johann Berenhard Klausing und Christian Vater in der Orgelstadt Melle erweiterte diese Fahrt zu einer großen Orgelexkursion.

 

Romantisches Abendliedersingen

Am 11. Juli füllten sich die beschaulichen Dorfkirchen von Esklum, Driever und Grotegaste bis auf den letzten Platz, als wieder zum gemeinsamen Abendliedersingen und zu liturgischen Nachtgedanken eingeladen wurde. Die Orgeln dieser drei Kirchen bilden zusammen die „Straße der Orgelromantik am Emsdeich“.

 

Ausflug zur Orgel-Künstlerkolonie

Am 21. Juni wurde zu einer Orgelreise nach Osterholz-Scharmbeck, Grasberg und Worpswede eingeladen. Die Erasmus Bielfeldt-Orgel in der St. Willehadi-Kirche zu Osterholz-Scharmbeck und die Arp Schnitger-Orgel in der Kirche zu Grasberg repräsentieren die Orgelkunst Arp Schnitgers und seiner Schule. Durch den Bau der Ahrend – Orgel in der Zionskirche Worpswede wurde in dieser durch eine Künstlerkolonie geprägten Region ein Dreigestirn charaktervoller Instrumente geschaffen, die sich in idealer Weise ergänzen.

 

Orgelpracht östlich der Weser

Am 19. Juli wurde zu einer Orgelexkursion nach Dedesdorf, Cappel, Altenbruch und Lüdingworth eingeladen. In Dedesdorf und Cappel begeisterten die  Arp Schnitger-Orgeln die Teilnehmer, bevor die Fahrt zu den Bauerndomen von Altenbruch und Lüdingworth führte. In Altenbruch wurde die Gruppe von Ingo Duwensee begrüßt, der Organist an den großartigen Orgeln dieser beiden Kirchen ist. Den Abschluss bildete ein Konzert mit KMD Hauke Ramm auf der Wilde / Schnitger-Orgel in Lüdingworth.

 

Auf den Spuren Johann Friedrich Wenthins

Am 23. August wurde zu einer Ostfriesland-Rundreise nach Groothusen, Wolthusen, Reepsholt, Backemoor und Weener eingeladen. Der Besuch der Wenthin-Orgeln ließ Besonderheiten seines Stils deutlich hervortreten. Zum Abschluss erklang die von Wenthin kunstvoll erweiterte Schnitger-Orgel in Weener in einem kleinen Konzert.

 

Orgelromantik in der Grafschaft Bentheim

Am Samstag, dem 18. Oktober wurde zu einer Orgelexkursion nach Lengerich, Freren, Ohne und Bad Bentheim eingeladen. Auf dieser Fahrt wurden drei romantisch geprägte Orgeln der Gebrüder Rohlfing aus Osnabrück besucht. Als klanglicher Gegensatz erklang die 1960 von Ahrend & Brunzema hinter dem historischen Prospekt von Hinrich Klausing rekonstruierte Barock-Orgel in Freren.

 

Die Orgeln der alten Herrlichkeit Oldersum

Am 15. November widmete sich eine Orgelexkursion der „Alten Herrlichkeit Oldersum“. Die Müller-Orgel in Simonswolde, die Janssen-Orgel in Tergast, ein historisches Orgelpositiv in Gandersum und die Rohlfs-Orgel in Rorichum umgeben den Hauptort Oldersum, der durch die hochqualitativen Orgeln von Dieter Bensmann und Jürgen Ahrend zu einer Orgelhochburg geworden ist. Das Konzert mit dem Barockorchester Le Chardon unter der Leitung von Hajo Wienroth und mit Pieter Dirksen an der Orgel und am Cembalo krönte den erlebnisreichen Tag. In der Programmkonzeption und begeisternden Spielweise bewies das Barockorchester Le Chardon Weltklasse-Niveau. Dieses Konzert wurde von der Sparkasse LeerWittmund gefördert. Der Erlös diente der Vervollständigung der Bensmann-Orgel in der katholischen Kirche zu Oldersum.

 

Ein bedeutender Neuzugang für die Instrumentensammlung

Durch die großzügige Unterstützung der Ev.-ref. Kirche konnte ein Traum Wirklichkeit werden: Das Organeum erwarb eine Hausorgel, die 1990 von Jürgen Ahrend für Hans Skodock in Celle gebaut worden war. Dieses Instrument hat 11 Register auf zwei Manualen und freiem Pedal und ist ideal für die Darstellung von komplexen Orgelwerken geeignet. Diese Orgel erfüllt als Unterrichts-und Konzertinstrument höchste Ansprüche. Hier können Zuhörer das Zusammenspiel von Händen und Füßen beobachten und miterleben, wie Orgelmusik entsteht. Die Ahrend-Orgel ist für ein Wohnhaus intoniert und erfreut mit süßen und farbenreichen Klängen. Das Instrument hat ein edles Gehäuse aus Eichenholz, verziert mit barockem Schnitzwerk. Die Orgel fügt sich vollkommen in den oberen Saal des Hauses ein, als ob sie schon ursprünglich dafür konzipiert gewesen wäre.

 

Konzerte, Offene Führungen, Gartenfest, Neue Formate

Sonntagskonzerte

Das Organeum setzte die Reihe der Sonntagskonzerte an der Arp Schnitger-Orgel in der Georgskirche Weener mit internationalen Gästen erfolgreich fort. Sie wurden von Winfried Dahlke (Neujahrskonzert), Thiemo Janssen (Norden), Michal Goede (Bochum), Dagmar Lübking (Hamburg), Hans und Ulrika Davidsson (Schweden), Krzystof Urbaniak (Polen), Stefan Donner (Österreich), Rhonda Edington (USA), Els Biesemans (Schweiz), Pieter Dirksen (Niederlande), dem Ensemble Thelxinoe (Deutschland, Spanien, Aserbaidschan) und dem Ostfriesischen Barockensemble gestaltet. Die Konzerte verzeichneten insgesamt rund 1.000 Besucher, was einem Durchschnitt von 80 Personen entspricht, die der Reihe als verlässliches Stammpublikum verbunden sind. 

 

Offene Führungen

Im Zeitraum April bis September wurde wöchentlich mittwochnachmittags um 15.00 Uhr zu offenen Organeumsführungen mit Ludolf Heikens eingeladen, die bei freiem Eintritt angeboten wurden und insbesondere in der Hauptreisezeit sehr guten Zuspruch fanden. 

 

Gartenfest am 4. Mai

Am 4. Mai lud der Förderkreis Organeum in Weener e.V. zusammen mit dem Organeum ab 15.00 Uhr zum traditionellen Gartenfest mit Musik, Kaffee- und Kuchenbuffet ein. Im Verlauf des Gartenfestes wurde von Winfried Dahlke die erweiterte Sammlung historischer Tasteninstrumente vorgestellt. Um 17.00 Uhr gestaltete Krzysztof Urbaniak, 1. Preisträger des Arp Schnitger Orgelwettbewerbs 2010 des Musikfests Bremen, ein glanzvolles Sonntagskonzert in der Georgskirche unter dem Titel „Orgelmusik des 18. Jahrhunderts aus Danzig“.

 

Musik im Gespräch

„Musik im Gespräch“ ist ein neues Veranstaltungsformat, das vierteljährlich freitagabends angeboten wurde. Die Ahrend-Hausorgel bietet jetzt die ideale Voraussetzung dafür, Gesprächskonzerte zu gestalten. In dieser Reihe hielt Winfried Dahlke eine Werkeinführung zu Bachs „Orgelmesse“, Pieter Dirksen sprach über Franz Tunders Choralfantasien, der Komponist Bruce McCallum Reid stellte seine Orgelkompositionen im alten Stil vor. Diese Vortragsform erschloss sich einen wachsenden Zuhörerkreis. 

 

Die Serenade

Die Serenade ist ein zweites neues Angebot des ORGANEUMs. Neben den Veranstaltungen am Wochenende wurde zu einigen zusätzlichen Konzerten in das Organeum eingeladen. Den Auftakt bildete am 10. Juni ein Cembalokonzert mit der in Bukarest geborenen Küstlerin Alina Rotaru. Sie spielte meisterlich an den mitteltönig gestimmten Instrumenten von Keith Hill und Klaus Ahrend.

 

Am 16. September stellte Winfried Dahlke das Kunstharmonium von Victor Mustel (Paris 1881) vor und interpretierte Werke von August Reinhardt, César Franck, Louis Vierne und Alexandre Guilmant.

 

Große Nachfrage gab es nach der Serenade am 9. Dezember. Das Adventskonzert erlebte zwei Aufführungen um 17.00 und um 20.00 Uhr. Es war dem Komponisten-Jubilar Carl Philipp Emanuel Bach gewidmet. Hajo Wienroth (Traversflöte), James O’Toole (Violine), Poppy Walshaw (Violoncello) und Winfried Dahlke (Kulmbach-Hammerklavier) brachten mit viel Spielfreude fünf Sonaten des Hamburger Bachs zu Gehör. Zwischen den beiden ausverkauften Konzerten bewirteten Simone Bleeker und Johanne Dreesmann die Gäste mit heißem Punsch und weihnachtlichem Gebäck. 

 

 

 

Kooperationen

Kreuzkirche Stapelmoor

Einen Höhepunkt bildete am 27. Juli das 9. Französische Orgelfest in Stapelmoor unter dem Titel „Zu Besuch im Concert Spirituel“. Das szenische Konzert wurde von  Olivier Périn (Paris) an der Orgel und von dem Ensemble „Celeste Sirene“ (Berlin) unter der Leitung von Niels Badenhop gestaltet. Ehrenamtliche Helfer hatten eine große Bühne unterhalb der Orgel geschaffen, auf der ein beeindruckendes Bild- und Klangerlebnis auf höchstem Niveau geboten wurde. In der Pause lud das französische Buffet von Pascal Gourrat und seinem Team zu feinen Gaumenfreuden ein.

 

Magnuskerk Bellingwolde

In Kooperation mit der niederländischen Kirchengemeinde Bellingwolde gestaltete Winfried Dahlke für das Organeum am 31. August und 9. November zwei Konzerte, zu denen sich viele Besucher aus Deutschland und den Niederlanden einfanden.

 

Gedächtniskirche Rhede

Die Zusammenarbeit mit dem Landkreis Emsland und der Gemeinde Rhede mündete am 26. November in ein Konzert mit dem Ensemble Bell’Arte Salzburg, in dem Annegret Siedel auf sechs Originalinstrumenten der Barockzeit Rosenkranz-Sonaten von Heinrich Biber aufführte, begleitet von der italienischen Orgel und Viola da Gamba. Das Konzert auf höchstem Niveau führte viele Besucher in die Gedächtniskirche.

 

Internationaler Leeraner Orgelsommer

Die sechs Sommerkonzerte fanden wegen der Restaurierung der Orgel in der Großen Kirche im Jahr 2014 in der Lutherkirche statt. Sie erfreuten sich wie in den Vorjahren mit Besucherzahlen von 80 – 150 Personen großer Beliebtheit. 

 

Oldersum

In Oldersum wurde mit den Oldersumer Wandelkonzerten erfolgreich ein neues Format etabliert, das zahlreiche Besucher aus nah und fern in die katholische und reformierte Kirche strömen ließ. Am 29. Juni gestaltete Winfried Dahlke das  Jubiläums-Konzert „10 Jahre Ahrend-Orgel“ und am 19. Oktober begeisterte Sietze de Vries mit glanzvollen Improvisationen.

 

Orgelfestakte in Leer

Zwei Orgelrestaurierungen in der Stadt Leer gaben Anlass zu besonderen Veranstaltungen: Vor dem 1. Bauabschnitt der Restaurierung der Orgel in der Großen Kirche zu Leer wurde am 18. Mai ein Abschiedskonzert gestaltet. Eckhart Kuper (Hannover) und Winfried Dahlke ließen Werke J.S. Bachs und Improvisationen erklingen.

 

Die Restaurierung der Brond de Grave Winter-Orgel in der Mennonitenkirche  durch die Orgelmakerij van der Putten (Finsterwolde) schenkte der ältesten weitgehend unverändert gebliebenen Orgel der Stadt neuen Glanz. Am 28. September wurde das Ereignis mit einem Festakt und einer konzertanten Orgelvorstellung, gestaltet von Winfried Dahlke, gefeiert. Damit wurde der

bisher viel zu wenig beachtete Orgelbauer Brond de Grave Winter gewürdigt, der im Jahre 1824 in Leer geboren wurde und mit 21 Jahren zur Ausbildung nach Sachsen ging, von wo er die sächsische Orgelbautradition nach Ostfriesland brachte. Von seinen drei erhaltenen Instrumenten warten zweie noch auf ihre Restaurierung.

 

Angebote für Schulklassen

Die Angebote für Schulklassen wurden 2014 fortgesetzt. So besuchten Schulklassen das Organeum zu einer musikalischen Führung und zur Vorstellung der Schnitger-Orgel in der Georgskirche und auch die „Orgel für das Klassenzimmer“ machte Besuche in den Schulen. Einen besonderen Akzent bildeten Vormittage in Neermoor und Oldersum am 13. und 14. November. Hajo Wienroth, Ute Schildt und Winfried Dahlke stimmten die Kinder mit der „Orgel im Klassenzimmer“, Vorstellungen historischer Holzblasinstrumente und historischem Tanz auf das Konzertereignis am 15. November in Oldersum ein. Die Angebote für Schüler, die Exkursion und das große Konzert bildeten ein einzigartiges Gesamtprogramm.

 

Organistenfortbildung

Vom 9.-11.Mai und vom 24.-26. Oktober lud das Organeum zu zwei Fortbildungswochenenden ein, die auf die D-Prüfung für den nebenberuflichen Kirchenmusikdienst hinführten. Hieran nahmen jeweils 15 Orgelschülerinnen und Orgelschüler aus ev.-ref. und ev.-luth. Kirchengemeinden Ostfrieslands und aus dem Emsland teil. Das Organeum bewährte sich als Standort hervorragend und die Instrumente gaben für den Unterricht und die Musik in den Pausen ein inspirierendes Umfeld. Insbesondere die neu erworbene Ahrend-Orgel spielte für die Fortbildungen eine tragende Rolle. 

 

Besucherzahlen

Gegenüber den Vorjahren ist die Zahl der Besucher und Teilnehmer an Führungen, Exkursionen und Konzerten mit 7509 Personen nochmals deutlich gestiegen. Nicht eingerechnet sind darin die vielen Besucher der zahlreichen standesamtlichen Trauungen im Organeum 

 

Schriftenreihe

In Vorbereitung des nächsten Bandes der Schriftenreihe des Organeums wurde an den Organologen Koos van de Linde der Auftrag vergeben, die von Winfried Dahlke protokollierten Inskriptionen des historischen Pfeifenwerks der Rysumer Orgel wissenschaftlich auszuwerten und aufzubereiten. Wegen der gekürzten operativen Mittel der Ostfrieslandstiftung muss diese Arbeit über mehrere Haushaltsjahre gestreckt werden.

2014 wurde von Winfried Dahlke der Text für ein Buch über das Organeum und die Instrumentensammlung erstellt, das in Zusammenarbeit mit dem Fotografen und Autoren Günter G.A. Marklein bei Isensee publiziert werden soll.

 

 April 2015 Winfried Dahlke

 

 

Jahresbericht 2013

ORGANEUM – Orgelakademie Ostfriesland Jahresbericht 2013

 

Übersicht

 

Das Jahresprogramm 2013 nahm intensiv Bezug auf das Themenjahr „Land der Entdeckungen“ des Kulturnetzwerks Ostfriesland. Unter dieser Themenvorgabe wurde eine große Zahl von Veranstaltungen zur Entdeckung der ostfriesischen Kulturlandschaft entwickelt und durchgeführt.

 

Die Konzeption des gedruckten Jahresprogramms wurde zu einer chronologischen Übersicht der wichtigsten ostfriesischen Orgelkonzertreihen weiterentwickelt.

 

Zum Themenjahr „Land der Entdeckungen“ zählten 50 offene musikalische Führungen im Organeum und in der Georgskirche sowie  acht Orgelexkursionen zu zahlreichen Zielen der ostfriesischen Orgellandschaft.

 

Mit überwältigender Resonanz wurde am 5. Mai bei strahlendem Sonnenschein das Gartenfest des Organeums gefeiert, zu dem sich rund 300 Besucher einfanden.

 

Die Angebote für Schulen und das Angebot „Orgel im Klassenzimmer“ wurden 2013 fortgesetzt und vermehrt angenommen.

 

Die Restaurierung der Organeum-Villa nahm einen größeren Zeitraum ein, als ursprünglich erwartet. Das Gebäude war während der Hauptsaison durch einen Bauzaun umgeben. Die abschließenden Arbeiten zogen sich bis in den September hinein. Dennoch konnte der Betrieb der Einrichtung während der gesamten Zeit aufrecht erhalten werden.

 

Im September diente das Organeum als Basis für eine intensive Studienwoche, die in Zusammenarbeit mit der Russischen Gnessin Musikakademie Moskau durchgeführt wurde. Deren Ergebnisse wurden in vier Konzerten der Öffentlichkeit präsentiert.

 

Am 17. November wurde in der Ev.-ref. Kirche zu Oldersum in Kooperation verschiedener Träger mit großem Erfolg ein Musik-Theater-Projekt verwirklicht.

 

Im Berichtsjahr wurden in Weener und sieben weiteren Orten  20 Konzerte direkt durch das Organeum verantwortet sowie mehr als 20 weitere Konzerte gestaltet, bei denen eine personelle oder strukturelle Verbindung zum Organeum bestand.  

 

Die Besucherzahlen des Organeums und seiner Veranstaltungen sind trotz der Behinderungen durch die Restaurierungsmaßnahmen im Jahr 2013 leicht gestiegen.

 

Die Schriftenreihe des Organeums wurde nach intensiver Redaktionsarbeit mit einer Neuerscheinung fortgesetzt. Im Frühjahr 2013 erschien im Florian Noetzel Verlag die „Einführung in die Harmonielehre und den vierstimmigen Satz“ von Konrad Brandt mit einem Vorwort von Winfried Dahlke.

 

Die Instrumentensammlung konnte 2013 durch eine Neuanschaffung, eine Restaurierung und einen wegweisenden Vorstandsbeschluss zum Kauf einer großen Hausorgel entscheidend weiterentwickelt werden.

 

 

Bericht über die Veranstaltungen und  Projekte

 

Weiterentwicklung der Konzeption des Jahresprogramms

Das Organeum veröffentlichte im Jahr 2013 wieder ein hochwertig gestaltetes Programmheft. Das konzeptionell weiterentwickelte Jahresprogramm bildete den Zeitraum von April 2013 bis April 2014 in einer 52-seitigen Broschüre ab. Die einführenden Seiten informierten über die Ausstattung, Aufgaben und Ziele des Organeums, über die Angebote für Schulklassen, Fortbildungen für Organisten und über die Organisatoren der großen ostfriesischen Orgelkonzertreihen. 

Den Hauptteil des Programmheftes bildete erstmals eine chronologische Übersicht über alle Konzerte, Exkursionen und Führungen des Organeums sowie über die weiteren großen Orgelkonzertreihen anderer Veranstalter in Ostfriesland. Auf 32 Seiten konnten sich Orgelfreunde und Kulturtouristen einen systematischen Überblick über rund 150 Orgelangebote verschaffen, die in der Hochsaison fast täglich ein attraktives Hörereignis bereithielten.

 

Offene musikalische Führungen

Für das Themenjahr „Land der Entdeckungen“ wurde die Zahl der offenen musikalischen Führung auf 50 Veranstaltungen im Zeitraum März bis September erweitert. Wöchentlich wurde mittwochnachmittags unter dem Titel „Klänge einer Ausstellung“ zu Organeumsführungen eingeladen. Für das Themenjahr wurden zusätzlich donnerstagnachmittags Orgelvorführungen der Arp Schnitger-Orgel in der Georgskirche Weener unter dem Titel „Orgel hören und verstehen“ angeboten.

Diese Angebote wurden besonders von Kulturtouristen genutzt. Bei der Bekanntmachung war die Vermittlung durch die Touristeninformation im Rathaus in Weener und die Ostfriesland Tourismus GmbH (OTG) in Leer besonders hilfreich.  Die Tagespresse konnte die Hinweise auf die öffentlichen Führungen leider nicht regelmäßig veröffentlichen. Die Erfahrung aus den früheren Jahren lehrte, dass die offenen Organeumsführungen als Multiplikator wirken, die weitere individuell angemeldete Führungen für Gruppen nach sich ziehen.

 

Orgelexkursionen in die ostfriesische Orgellandschaft

Das Organeum war Hauptpartner des Kulturnetzwerks Ostfriesland und entwickelte  für das das Themenjahr „Land der Entdeckungen“ vielfältige Exkursionsangebote zu dreiunddreißig Orgelstandorten in ganz Ostfriesland, die von Winfried Dahlke geleitet wurden.

 

„Auricher Orgelspaziergang“

Den Auftakt bildete der „Auricher Orgelspaziergang“ am 13. April, der viele Menschen zu einem Orgelrundgang durch die Auricher Innenstadt mobilisierte. Anziehungspunkt waren die Edskes-Orgel in der katholischen St. Ludgeruskirche, die Ahrend & Brunzema-Orgel in der ev.-luth. Lambertikirche und die Janssen / van der Putten – Orgel in der ev.-ref. Kirche.  Den Anlass für den Orgelspaziergang bot das 10-jährige Restaurierungsjubiläum der Orgel in der ev.-ref. Kirche, das zum Abschluss des Orgelspaziergangs mit einer Teetafel im Gemeindehaus und einem festlichen Orgelgesprächskonzert gefeiert wurde.

 

„Juwelen im Harlingerland“

Im Rahmen der Orgelexkursion „Juwelen im Harlingerland“ wurden am 27. April die historischen Orgeln in Ochtersum, Esens und Buttforde vorgestellt. Von besonderem Erlebniswert war die Präsentation der weltberühmten Richborn – Orgel von 1681 in der St. Marien-Kirche zu Buttforde, deren vielbeachtete Restaurierung durch die Orgelbauwerkstatt Ahrend im Frühjahr 2013 zum Abschluss gekommen war.

 

„Gerhard von Holy“

Am 25. Mai würdigte die dritte Orgelexkursion das Schaffen des Schnitger- Zeitgenossen Gerhard von Holy. Dessen erhaltene Instrumente in Marienhafe und Dornum gelten als Denkmalorgeln von europäischem Rang. Das 300-jährige Jubiläum der Marienhafer Orgel gab den Anlass für diese Reise. Die von Bartelt Immer in Canum hinter einem originalen Prospekt aus Wetter a.d. Ruhr erschaffene Rekonstruktion einer von Holy-Orgel bildet zusammen mit den Instrumenten in Marienhafe und Dornum ein „Dreigestirn“. Den Abschluss dieser Orgelexkursion bildete ein Jubiläumskonzert, das Winfried Dahlke als Gesprächskonzert gestaltete. Über eine professionelle Bildübertragung konnte das zahlreich erschienene Publikum das Geschehen am Spieltisch verfolgen.

 

„Romantisches Abendliedersingen am Emsdeich“

Mit dem „Romantischen Abendliedersingen am Emsdeich“ wurde am 14. Juni eine sehr beliebte Form der Orgelexkursion fortgeführt, die viele Besucher anzieht. Die Klänge der romantischen Orgeln, das gemeinsame Abendliedersingen und liturgische Nachtgedanken brachten auch im vergangenen Jahr viele Menschen zusammen. Die Kirchen der drei Gemeinden Esklum, Driever und Grotegaste waren bis auf den letzten Platz gefüllt. In Grotegaste klang der stimmungsvolle Abend bei einem abschließenden Imbiss und Umtrunk in fröhlicher Geselligkeit aus.

 

„Orgel-begeistert“

Eine Orgelexkursion ganz anderer Art erlebten die Besucher der „Orgel-begeistert“-Tour, die am 15. Juni nach Groothusen, Jennelt, Hinte, Oldersum und Leer führte.

37 Orgelschüler gestalteten einen vielseitigen Erlebnistag rund um das Orgelspiel.

In Groothusen eröffneten Schüler und Schülerinnen von Wim Riefel das Programm    mit einführende Worten zur Johann Friedrich Wenthin-Orgel und mit Praeludien, Kirchenliedern und Orgeltänzen.  

 

Die Reise führte als nächstes nach Jennelt, wo die Orgel vorne gut sichtbar in der kleinen Kirche platziert ist.  Hier erläuterte Pascal Weber mit jugendlichem Schwung die Hauptfunktionen der Orgel, bevor Amke Postma darüber berichtete, wie es dazu kam, dass die Jennelter Kirchengemeinde in den Besitz der wertvollen Orgel kam. Vortragsstücke und Lieder zum Mitsingen setzten auch hier das Programm fort.

 

In der prächtigen gotischen Kirche zu Hinte erlebten die Besucher eine  vergnügliche szenische Vorstellung der Pfeifenfamilien.  Schüler aus Hinte und Loppersum schlüpften unter der Regie ihrer Lehrerin Judith Riefel-Lindel in die Rollen der verschiedenen Registergruppen, während sich draußen ein Gewitterschauer entlud, dem die Reisegruppe zum Glück knapp zuvorgekommen war. Dann ließen die “Orgelschausteller” die stattliche Orgel erklingen, wobei die Zuhörer aufgefordert waren, in einem Hör-Quiz das eben Gelernte zur Anwendung zu bringen.

 

In der katholischen Kirche Mariae Himmelfahrt (Oldersum) lautet das Thema „Stufen zur Meisterschaft“. Hier erzählte der neunjährige Thade Friedrich Tornau von den ersten Wochen des Orgelunterrichts, bevor er sich mutig an die Orgel setzte. Ihm folgten fünf weitere Schülerinnen, die über jeweils größere Unterrichts- und Spielerfahrung verfügten, sodass der Fortschritt des Orgelspiels stufenweise nachvollziehbar wurde.

In der ev.-ref. Kirche zu Oldersum gestalteten  Schülerinnen und Schüler von Daniela Staiger in einer spektakulären Revue eine Aufführung des „Karnevals der Tiere“ nach Camille Saint – Saëns.  Sie begeisterten das Publikum mit einer gekonnten Umsetzung der Musik auf der Orgel, mit rasanten Kostüm- und Maskenwechseln und einer insgesamt eindrucksvollen Szenerie auf der Orgelempore.

 

Das Abschließende Finale der großen Orgelreise fand in der Großen reformierten Kirche zu Leer statt. Schüler und Schülerinnen von Judith Riefel-Lindel gestalteten eine eindrückliche Orgelpräsentation an der größten Orgel dieses Tages, die den Interpreten als „Klangspielwiese“ viel Inspiration verlieh. Fünf Orgeln an einem Tag, 37 SchülerInnen, über 40 Lieder, unterschiedliche  Kirchen, edle Klänge, sympathische Menschen und die Anerkennung für die Leistungen ließen diesen Tag der Orgelschüler zu einem Tag der Freude werden.

 

„Zeitreise in die Vergangenheit“

Unter dem Titel „Zeitreise in die Vergangenheit“ führte am 13. Juli die sommerliche Orgelexkursion nach Emden und in die Krummhörn. Ausgehend von der 2012/13 restaurierten romantischen Gebrüder Rohlfs-Orgel in Cirkwehrum führte die Fahrt über die frühromantische Höffgen-Orgel in Uphusen, die klassische Wenthin-Orgel in Wolthusen, die frühbarocke Sieburg-Orgel in Westerhusen hin zur Renaissance-Orgel in Uttum.

 

„Auf den Spuren des Johann Gottfried Rohlfs“

Am 17. August begab sich eine Orgelreisegruppe auf die „Spuren des Johann Gottfried Rohlfs“. Aus Anlass des 200-jährigen Bestehens der Holtlander Orgel und aus Anlass aktueller Restaurierungen führte die spätsommerliche Busreise nach Böhmerwold, Nüttermoor, Veenhusen, Bangstede und Holtland, um das reiche Schaffen eines Orgelbauers zu würdigen, der sich um die Orgellandschaft Ostfrieslands durch Erhalt älterer Werke und den Neubau klangschöner Orgeln große Verdienste erworben hat. Höhepunkte der Reise waren das Klangerlebnis der gerade abschließend restaurierten Orgel in Nüttermoor sowie das Jubiläumskonzert an der großen Johann Gottfried Rohlfs-Orgel in Holtland.

 

„Orgelbarock im Land der Jade“

Am 14. September führte eine Orgelexkursion unter dem Titel „Orgelbarock im Land der Jade“ nach Bockhorn, Horsten, Sillenstede und Hohenkirchen. Die repräsentativen und charakterlich sehr verschiedenen Instrumente der Orgelbauer Christian Vater, Samuel Schröder, Johann Adam Berner und Joachim Kayser machten diese Fahrt besonders attraktiv, sodass sich  zahlreiche Teilnehmer dazu anmeldeten. Der intensive Klang der architektonisch eigenwilligen Joachim Kayser-Orgel in Hohenkirchen bildete den festlichen Abschluss der Exkursions-Saison 2013.

 

 

Gartenfest am 5. Mai

Am 5. Mai luden das Organeum und der Förderkreis Organeum in Weener e.V. zum Gartenfest ein. Bei strahlendem Sonnenschein fanden sich rund 300 Besucher ein, die bei einem großen Kuchenbuffet, Kaffee, Tee und Musik die Atmosphäre genossen. Der rekonstruierte Balkon diente zunächst als Musikempore, während sich die Gäste im Garten um ihr leibliches Wohl sorgen konnten. Später spielten Susanne Seitz (Blockflöte) und Winfried Dahlke (Tasteninstrumente) noch im Cembalosaal und im unteren Orgelzimmer auf, bevor das Programm in der Georgskirche Weener mit einem von Pieter Dirksen gestalteten Cembalo- und Orgelkonzert seinen krönenden Abschluss fand.

 

Angebote für Schulklassen

Die Angebote für Schulklassen wurden im Berichtsjahr verstärkt angenommen. Mit der „Orgel im Klassenzimmer“ wurden in Grundschulen in Emden, Jennelt, Holtrop und  Jheringsfehn jeweils mehrere Schulstunden gestaltet. Schulklassen aus Jehringsfehn, Ihren, Weener und Aurich besuchten im Klassenverband das Organeum und die Georgskirche für eine Führung. Beide Formate der Musikvermittlung haben sich sehr gut bewährt.

Die „Orgel für das Klassenzimmer“ überzeugte in der Schule mit ihrem schönen Klang und der Anschaulichkeit aller Details. Die Besuche von Schulklassen im Organeum zeigten, wie positiv die Ausstrahlung des historischen Gebäudes und seiner Ausstattung auf die Schüler wirkte. Die Verschiedenartigkeit der historischen Tasteninstrumente vermochte die Aufmerksamkeit der Schüler über einen langen Zeitraum aufrecht zu erhalten. Die Angebote für Schulklassen zeigten, wie wertvoll und erfolgversprechend diese Form der Vermittlung ist.

 

Aus dem Bereich der Erwachsenenbildung erhielt das Organeum Besuch von Gruppen der Landvolkshochschule Wesermarsch, der Evangelischen Erwachsenen Bildung (EEB), und der Volkshochschule (VHS) Potshausen.

 

Restaurierung der Organeum-Villa

Die 2012 begonnene Restaurierung der Organeum-Villa erstreckte sich im Berichtsjahr noch über die gesamte Saison. In den Sommermonaten war das Haus von einem Bauzaun umgeben, sodass nicht alle Interessenten den Eingang zur Einrichtung fanden. Insbesondere die Restaurierungsarbeiten der Blausteintreppe vor dem Haus und der Sandsteintreppe auf der Rückseite des Hauses blockierten die wichtigen Eingänge jeweils über einen größeren Zeitraum.

 

Der hervorragende Erfolg der Restaurierung belohnte die Geduld während der Arbeiten. Die Stadt Weener hat durch die umfassenden Restaurierungs- und Rekonstruktionsarbeiten dafür gesorgt, dass das Organeum wieder zu der obersten Kategorie ostfriesischer Baudenkmäler gerechnet werden kann. Insbesondere durch die Rekonstruktion des verloren gegangenen Balkons und des Wintergartens mitsamt seitlicher Mauer und neogotischem Fenster hat das Gebäude wesentlich dazugewonnen. Mit dem Einbau eines Treppenliftes schuf die Stadt Weener zudem die Voraussetzung,  dass das Hochparterre barrierefrei erreichbar ist.

Die Restaurierung der Organeum-Villa umfasste außerdem eine gründliche Reparatur und Restaurierung von Wasserschäden in verschiedenen Räumen, eine Nachrestaurierung der Stuckdecken, Hohlkehlen, Türen und Fenster, eine Modernisierung der Brandmeldeanlage, die Sanierung der gesamten Fassade, der Treppen sowie Sicherungsmaßnahmen am Sockel des Gebäudes gegen eindringendes Wasser sowie Malerarbeiten in den Nebenräumen und im Keller.

 

 

Studienwoche Moskauer Orgelstudenten in Weener

In der Woche vom 22. September bis zum 30. September 2013 waren sieben Studentinnen und Studenten der Russischen Gnessin Musikakademie Moskau zu Gast in Weener und verbrachten unter der Leitung ihres Professors Alexander Fiseisky in Zusammenarbeit mit Winfried Dahlke eine Studienwoche im Organeum. Von dort aus unternahmen sie Exkursionen zu berühmten Denkmalsorgeln der Region und gestalteten vier Konzerte.

 

Prof. Alexander Fiseisky hat in Moskau eine vielbeachtete Orgelausbildung auf hohem Niveau etabliert und hochbegabte Studentinnen und Studenten gewonnen. Trotz finanzieller Schwierigkeiten initiiert Alexander Fiseisky Studienreisen zu den Wurzeln der Orgelkultur, um die Studenten mit der Spielweise unterschiedlichster historischer Orgeln vertraut zu machen. Diese Studienreise und die Konzerte wurden organisatorisch und finanziell unterstützt durch den Verein Orgelmusikkultur in Ostfriesland OMGO e.V. und durch das Organeum in Weener.

 

Nach der Anreise am Wahlsonntagabend fand sich die Gruppe am Montagmorgen in der prunkvollen Organeum-Villa in der Norderstraße ein. Winfried Dahlke geleitete die Gäste in einer großen musikalischen Führung durch die Sammlung historischer Tasteninstrumente. Anschließend besuchte die Gruppe die benachbarte Georgskirche mit der Arp Schnitger-Orgel.  Der Abend gab Gelegenheit, bis Mitternacht auf den Instrumenten zu üben und Konzertvorbereitungen für den Dienstagabend zu treffen.

 

Am Dienstagvormittag begaben sich alle auf die erste Exkursion zu zwei Stationen der Europäischen Orgelstraße, Stapelmoor (Nachbau der Cliquot-Orgel von Houdan) und Jemgum (W. Walker-Orgel, London, 1844). Nach kurzen Orgelvorstellungen durch Winfried Dahlke erhielten die Studentinnen und Studenten ausgiebig die Möglichkeit, Spielerfahrungen zu sammeln.

 

An der Mehrzahl der Tage ergab sich mittags die Möglichkeit, im Organeum für eine warme Mahlzeit einzukehren und die kommenden Konzerte zu planen. Der Dienstagnachmittag diente der Vorbereitung des ersten Konzerts um 20.00 Uhr auf der Weeneraner Schnitger-Orgel mit Werken von  Michael Praetorius, Dieterich Buxtehude, Vincent Lübeck, Johann Nikolaus Hanff, Johann Sebastian Bach und Johann Christian Kellner.

 

Der Mittwoch stand im Zeichen einer großen Exkursion nach Norden, Osteel, Pilsum, Jennelt, Uttum und Rysum. Ohne Ermüdungserscheinungen nahmen alle Studenten die Möglichkeit wahr, umfassende Spielerfahrungen zu sammeln und die Klänge aus Gotik, Renaissance und Barock in ihr Klanggedächtnis aufzunehmen. Die Edo Evers-Orgel von Osteel (1619) verschaffte an Spieltisch und Balgtretanlage jede Menge Spaß und blieb allen in besonderer Erinnerung.

 

Am Donnerstag trafen sich alle zur Vorstellung der beiden großen Leeraner Stadtorgeln in der Großen reformierten Kirche und in der Lutherkirche. Nach einer Übezeit bis zum späten Mittag sammelte die Gruppe im Organeum Kraft und feilte am Programm für das abendliche Konzert in Leer. Um 20.00 Uhr gestalteten die Studenten in der unvergleichlichen Atmosphäre der Großen Kirche ein eindrückliches Konzert mit Werken von Vincent Lübeck, Dieterich Buxtehude, Johann Sebasian Bach, Felix Mendelssohn Bartholdy und Adolf Friedrich Hesse.

 

Anstelle eines gemeinsamen Essengehens zogen es die Studenten vor, die Zeit bis Mitternacht im Organeum an den historischen Tasteninstrumenten in den sieben Musikzimmern zu verbringen. 

 

Der Freitagvormittag war für eine Exkursion zum niederländischen Grenzort Bellingwolde reserviert, wo in der spätgotischen Magnuskerk ein nahezu  vollständig original erhaltenes Werk von Frans Caspar Schnitger dem Jüngeren und Heinrich Hermann Freytag aus dem Jahre 1797 erhalten ist.

 

Am Nachmittag verwandelte sich das Organeum wieder in ein Haus polyhymnischer Klänge, um das abendliche Haus-Wandel-Konzert an sechs Tasteninstrumenten vorzubereiten. Dazu hatte sich auch ein Fernsehteam des NDR eingefunden, das über die Aktivitäten öffentlicher Stiftungen berichtete und Teile des Konzerts mitschnitt. Mit Nervenstärke und instrumentalem Einfühlungsvermögen ließen die Studenten auch diesen Abend zu einem unvergesslichen Erlebnis für die Zuhörer werden.

 

Am Samstag stand mit der italienischen Orgel in Rhede (Ems) die letzte Station der Europäischen Orgelstraße auf dem Programm. Die Klangentwicklung der feinen Principale in der großartigen Akustik war für alle von hohem Erkenntnisgewinn.

Anschließend fanden sich alle in der Magnuskerk Bellingwolde zur Vorbereitung des Abschlusskonzerts ein. Mit viel Sorgfalt wurde auch hier ein fein abgestimmtes Programm eingerichtet, dass von der Konzertkommission und den Besuchern mit Wärme und Begeisterung aufgenommen wurde.

Am Sonntagmorgen nahm die Gruppe in aller Frühe Abschied für die Weiterreise nach Hettstedt.  

 

Die Studentinnen und Studenten der Russischen Gnessin Musikakademie Moskau sind als feinsinnige Künstlerpersönlichkeiten in Erinnerung geblieben. Es war bemerkenswert, wie schnell sie sich an die unterschiedlichen Klaviaturmensuren und Tastangänge der verschiedenen historischen Instrumente anzupassen vermochten. Ihre Einsatzbereitschaft, Aufnahmefähigkeit und ihr begeistertes Zugehen auf die unterschiedlichen Instrumente ließen diese Woche zu einem großen Erfolg werden.

 

Musikalisches Drama zum Oldersumer Religionsgespräch

Am Sonntag, dem 17. November wurde in der ausverkauften Ev.-ref. Kirche zu Oldersum ein großes Musik-Theater-Projekt zur Aufführung gebracht, das in Zusammenarbeit mit der Uni Oldenburg (Freiheitsraum Reformation), der Ev.-ref. Kirche (Projekt im Rahmen der Reformationsdekade), gefördert mit Mitteln der regionalen Kulturförderung der Ostfriesischen Landschaft realisiert wurde. Das Konzept war in Zusammenarbeit mit dem Autoren Erhard Brüchert unter Beratung von Winfried Dahlke, Norbert Halm, Edzard Herlyn, Jakob Janshen, Sven Kramer, Albert Kretzmer und Michael Weber entwickelt worden.

Die Aufführung unter der Regie von Elke Münch wurde realisiert durch die Arbeitsgemeinschaft Ostfriesischer Volkstheater e.V., Prof. Wolfgang Zerer (Hamburg) – Orgel, die Kantorei Leer unter der Leitung von Karl-Ludwig Kramer

und ein Bläserensemble auf alten Instrumenten.  

Der Ausgangspunkt dieser Inszenierung war die erste, etwas erweiterte Szene aus dem Schauspiel „De Glovensstriet“. Die Protagonisten gerieten in Streit und wollten auseinandergehen. Da trat die Musik in Person der „Frau Musica“ auf die Bühne und gebot Einhalt. Im weiteren Verlauf kam Kirchenmusik aus drei Konfessionen zur Aufführung. Kleine Spielszenen dazwischen nahmen teilweise Bezug auf die Musik, entwickelten aber auch ihre eigene Dramatik.  In der Schluss-Szene beruhigten sich die Gemüter. Musikalischer Höhepunkt war die Uraufführung einer Auftragskomposition, der „Drei-Kirchen-Kantate“ des Oldenburger Komponisten Bruce Mc Callum Reid. In der Komposition wurden drei Melodien der widerstreitenden Konfessionen erst nacheinander eingeführt und dann miteinander kunstvoll verwoben. Die Musik bildete ein verbindendes Element zwischen den unterschiedlichen Konfessionen. Die Schlusskomposition bildete in  Besetzung und Komplexität den Gipfel- und Wendepunkt des Musikalischen Dramas.

 

Die Verbindung von Elementen einer Volkstheateraufführung mit konzertanten Beiträgen und einer großen Auftragskomposition ergab einen eindrucksvollen Spannungsbogen, der von den Zuschauern und Zuhörern der vollbesetzten Oldersumer Kirche mit großem Applaus bedacht wurde. Die kunstvolle „Drei-Kirchen-Kantate“ kann in zukünftigen Aufführungen eigenständig erklingen und behält damit beliebende Bedeutung.

 

Orgelkonzerte

Das Organeum setzte im Berichtsjahr die Reihe der Sonntagskonzerte an der Arp Schnitger-Orgel in der Georgskirche Weener fort. Der Besuch der Orgelkonzerte pendelte zwischen 50 bis 120 Besuchern, sodass die Reihe mit durchschnittlich 75 Zuhörern wieder ein verlässliches Stammpublikum verzeichnete.

In Kooperation mit der niederländischen Kirchengemeinde Bellingwolde veranstaltete das Organeum drei Konzerte, zu denen sich viele Besucher aus Deutschland und den Niederlanden einfanden.

In Verbindung mit der Ev.-ref. Kirchengemeinde Leer wurde mit der „Sonntagsmusik“, an neun Terminen  eine neue Veranstaltungsform etabliert. Die halbstündigen Matineen rückten die  geschichtsträchtige  und restaurierungsbedürftige  Denkmalorgel in den Blick der Öffentlichkeit.

Die Konzerte des Internationalen Leeraner Orgelsommers erfreuten sich wie in den Vorjahren großer Beliebtheit.

Jubiläums-und Einweihungskonzerte in Cirkwehrum, Canum, Marienhafe, Holtland, Borssum und Nüttermoor setzten besondere Akzente.

 

Adventskonzert im Organeum

Sehr guten Zuspruch fand  im Dezember das Adventskonzert im Organeum, das wegen der großen Nachfrage wieder zwei Aufführungen erlebte. Mark Baigent (Barockoboe), Hajo Wienroth (Traversflöte) und Winfried Dahlke (Cembalo) brachten  Triosonaten von Georg Philipp Telemann, Johann Joachim Quantz, Giovanni Platti, David Heinichen und Johann Joseph  Fux zu Gehör.

Die Kammermusikbesetzung mit den Soloinstrumenten Oboe und Flöte machte einen besonderen Klangreiz aus. Zur Begleitung wurde das klangschöne Ahrend-Cembalo gespielt. Die Aufführungen fanden im Trauzimmer und dem angrenzenden Orgelzimmer statt. Jeweils im Anschluss an die Konzerte um 17.00 und 20.00 Uhr waren die Besucher eingeladen, bei Punsch und Gebäck die einmalige Atmosphäre des Hauses zu genießen. Als Pausenmusik erklang im Zusammenspiel mit dem restaurierten Kulmbach-Tafelklavier eine Sonate von Johann George Tromlitz.   

 

Besucherzahlen

Gegenüber dem Vorjahr ist die Zahl der Teilnehmer an Führungen, Exkursionen und Konzerten leicht gestiegen. Sie lag im Jahr 2013 bei 7032 gegenüber 6960 im Jahr 2012. Angesichts der starken Beeinträchtigung durch den Bauzaun, teilweise gesperrte Eingänge und nicht begehbare Treppen ist dies umso erfreulicher. Nicht eingerechnet sind darin die Besucher der standesamtlichen Trauungen im Organeum sowie die Besucher von rund  20 Konzerten und Projekten, deren Durchführung mehr im kirchlichen Stellenanteil des Organeumsdirektors angesiedelt war.

 

 

Fortsetzung der Schriftenreihe des Organeums

Die Schriftenreihe des Organeums wurde nach intensiver Redaktionsarbeit mit einer Neuerscheinung fortgesetzt. Im Frühjahr 2013 erschien im Florian Noetzel Verlag die „Einführung in die Harmonielehre und den vierstimmigen Satz“ von Konrad Brandt mit einem Vorwort von Winfried Dahlke. Die Publikation umfasst ein Lehrbuch mit 128 Seiten sowie einen Lösungsband mit 31 Seiten. Mit der Einführung in die Harmonielehre und den vierstimmigen Satz legte der Autor Konrad Brandt ein pädagogisch mustergültiges Lehrwerk über die Grundlagen des vierstimmigen Satzes und seiner Harmonik  vor. Darin werden die Zusammenhänge von Melodik und Harmonik  vom Ausgangspunkt  des 16. Jahrhunderts aus betrachtet und in ihrer musikalischen Entwicklung bis in das 19. Jahrhundert hinein entfaltet. Die Ansprüche des vierstimmigen Chorsatzes bilden den Hintergrund für die weitere Beschäftigung mit der aus dem Generalbass abgeleiteten Darstellung der progressiven harmonischen Entwicklung.

 

Erweiterung der Instrumentensammlung

Die Instrumentensammlung wurde im Berichtsjahr durch eine Neuerwerbung und eine Restaurierung erweitert. Zu Beginn des Jahres konnte die Replik eines gebundenen Clavichords nach dem Vorbild eines Instruments von Christian Gottlob Hubert erworben werden. Das Vorbild für diese Replik stammt aus dem Jahre 1789 und steht im Germanischen Nationalmuseum in Nürnberg. Es ist das jüngste erhaltene Instrument dieses Erbauers. Es ist bemerkenswert, dass sich für die eher konservative und zierliche Bauart eines gebundenen Clavichords bis in das späte 18. Jahrhunder Käufer gefunden haben.  Die Replik wurde von Gregor Bergmann aus Leer erbaut. Bergmann hat sich am GoArt Organ Center in Göteborg intensiv mit dem Bau von Clavichorden befasst. Als Orgelbauer war er in der renommierten Orgelbauwerkstatt Ahrend tätig, bis er sich selbstständig machte, um eigene Projekte im Instrumentenbau zu realisieren, wozu auch dieses Clavichord zählt. Klang und Verarbeitung erfüllen höchste Ansprüche, sodass das Instrument im Organeum das hohe Niveau hiesiger Instrumentenbaukunst repräsentiert.

 

In der zweiten Hälfte des Jahres konnte eine lange geplante Restaurierung ausgeführt werden. Das Organeum hatte vor Jahren ein historisches Tafelklavier, erbaut um 1825 von Ludwig Kulmbach / Heidelberg, als Spende erhalten. An diesem Instrument bestand ein größerer Restaurierungsbedarf. Der Norder Orgel- und Klavierbaumeister Bartelt Immer restaurierte das Tafelklavier, das seitdem Dank wiederhergestellter Statik, reparierter und fein einregulierter Mechanik, rekonstruierter Besaitung und stabiler Stimmhaltung sowohl für Präsentationen als auch für konzertante Einsätze mit Erfolg eingesetzt werden konnte. Für die frühe Klaviermusik steht nun erstmals ein Instrument zur Verfügung, das im Stimmton mit Soloinstrumenten kompatibel ist. Die Restaurierung wurde durch den Förderkreis Organeum in Weener e.V. unterstützt.

 

Der Vorstand des Organeums fasste im Herbst des Jahres den Beschluss, eine von Jürgen Ahrend erbaute Hausorgel mit 11 Registern auf zwei Manualen und Pedal für das Organeum zu erwerben. Das 1990 für ein Privathaus in Celle erbaute Instrument repräsentiert handwerklich und klanglich das überaus hohe Niveau der Leeraner Orgelbauwerkstatt Ahrend, die mit Neubauten und Restaurierungen Weltruhm erlangt hat. Wie auf einer Kirchenorgel wird auf diesem Instrument die Kunst des Orgelspiels auf zwei Manualen und freiem Pedal präsentiert und gelehrt werden können. Die Gelegenheit, für dieses Unikat eine Kaufzusage machen zu können, war ein einzigartiger Glücksfall.  

 

Möglich wurde dieser Beschluss durch die Zusage der Ev.-ref. Kirche, im Haushaltsjahr 2014 die Finanzierung mit 20.000,-€ aus Fördermitteln für „Leuchtturmprojekte“ zu bezuschussen und ein zinsloses Darlehen über 50.000,-€ zu gewähren, das in jährlichen Raten von 10.000,-€ zurückzuzahlen ist. Dieses Finanzierungsmodell setzt allerdings voraus, dass die Träger der Einrichtung ihre vertraglichen Leistungen auch in Zukunft einbringen.

Der Vorstandsbeschluss zum Erwerb der Ahrend-Orgel krönte das erfolgreiche Jahr.

 

 

5. Februar 2014 Winfried Dahlke

 

 

KALENDER
Events
Orgelreise per Bus ab Weener nach Osteel, Hage, Ochtersum und Buttforde. LKMD Winfried Dahlke erläutert die stilistischen Besonderheiten der Orgeln, stellt die Klangfarben vor und lässt die Orgeln mit ausgewählten Musikbeispielen konzertant erklingen...
Beginn: 24.06.2017 09:30 Uhr
Ende: 24.06.2017 19:30 Uhr
Dieser Zyklus bietet Bürgern und Besuchern der Stadt Leer die Gelegenheit zum Innehalten, Verweilen und Genießen. Wechselnde Organistinnen und Organisten der Region lassen die historische Brond de Grave-Winter-Orgel zur „Marktzeit“ erklingen.
Beginn: 24.06.2017 11:30 Uhr
Ende: 24.06.2017 12:00 Uhr
In einer offenen Führung geleitet Ludolf Heikens die Besucher durch die Organeum-Villa, erzählt über die Geschichte des Hauses und spielt auf ausgewählten historischen Tasteninstrumenten.
Beginn: 28.06.2017 15:00 Uhr
Ende: 28.06.2017 15:50 Uhr
Winfried Dahlke lässt Kompositionen aus verschiedenen Epochen auf Orgel, Cembalo, Clavichord, Tafelklavier und Harmonium erklingen. Dieses Musikangebot eignet sich auch für Familien mit Kindern, die im Organeum das Musizieren aus der Nähe mitverfolge...
Beginn: 28.06.2017 16:00 Uhr
Ende: 28.06.2017 17:00 Uhr
Dieser Zyklus bietet Bürgern und Besuchern der Stadt Leer die Gelegenheit zum Innehalten, Verweilen und Genießen. Wechselnde Organistinnen und Organisten der Region lassen die historische Brond de Grave-Winter-Orgel zur „Marktzeit“ erklingen.
Beginn: 01.07.2017 11:30 Uhr
Ende: 01.07.2017 12:00 Uhr
Arturo Barba (Valencia, Spanien) konzertiert an der Arp Schnitger-Orgel der Georgskirche Weener.
Beginn: 02.07.2017 17:00 Uhr
Ende: 02.07.2017 18:20 Uhr
In einer offenen Führung geleitet Ludolf Heikens die Besucher durch die Organeum-Villa, erzählt über die Geschichte des Hauses und spielt auf ausgewählten historischen Tasteninstrumenten.
Beginn: 05.07.2017 15:00 Uhr
Ende: 05.07.2017 15:50 Uhr
Winfried Dahlke lässt Kompositionen aus verschiedenen Epochen auf Orgel, Cembalo, Clavichord, Tafelklavier und Harmonium erklingen. Dieses Musikangebot eignet sich auch für Familien mit Kindern, die im Organeum das Musizieren aus der Nähe mitverfolge...
Beginn: 05.07.2017 16:00 Uhr
Ende: 05.07.2017 17:00 Uhr
Dieser Zyklus bietet Bürgern und Besuchern der Stadt Leer die Gelegenheit zum Innehalten, Verweilen und Genießen. Wechselnde Organistinnen und Organisten der Region lassen die historische Brond de Grave-Winter-Orgel zur „Marktzeit“ erklingen.
Beginn: 08.07.2017 11:30 Uhr
Ende: 08.07.2017 12:00 Uhr
In einer offenen Führung geleitet Ludolf Heikens die Besucher durch die Organeum-Villa, erzählt über die Geschichte des Hauses und spielt auf ausgewählten historischen Tasteninstrumenten.
Beginn: 12.07.2017 15:00 Uhr
Ende: 12.07.2017 15:50 Uhr
Winfried Dahlke lässt Kompositionen aus verschiedenen Epochen auf Orgel, Cembalo, Clavichord, Tafelklavier und Harmonium erklingen. Dieses Musikangebot eignet sich auch für Familien mit Kindern, die im Organeum das Musizieren aus der Nähe mitverfolge...
Beginn: 12.07.2017 16:00 Uhr
Ende: 12.07.2017 17:00 Uhr
Dieser Zyklus bietet Bürgern und Besuchern der Stadt Leer die Gelegenheit zum Innehalten, Verweilen und Genießen. Wechselnde Organistinnen und Organisten der Region lassen die historische Brond de Grave-Winter-Orgel zur „Marktzeit“ erklingen.
Beginn: 15.07.2017 11:30 Uhr
Ende: 15.07.2017 12:00 Uhr
In einer offenen Führung geleitet Ludolf Heikens die Besucher durch die Organeum-Villa, erzählt über die Geschichte des Hauses und spielt auf ausgewählten historischen Tasteninstrumenten.
Beginn: 19.07.2017 15:00 Uhr
Ende: 19.07.2017 15:50 Uhr
Winfried Dahlke lässt Kompositionen aus verschiedenen Epochen auf Orgel, Cembalo, Clavichord, Tafelklavier und Harmonium erklingen. Dieses Musikangebot eignet sich auch für Familien mit Kindern, die im Organeum das Musizieren aus der Nähe mitverfolge...
Beginn: 19.07.2017 16:00 Uhr
Ende: 19.07.2017 17:00 Uhr
Dieser Zyklus bietet Bürgern und Besuchern der Stadt Leer die Gelegenheit zum Innehalten, Verweilen und Genießen. Wechselnde Organistinnen und Organisten der Region lassen die historische Brond de Grave-Winter-Orgel zur „Marktzeit“ erklingen.
Beginn: 22.07.2017 11:30 Uhr
Ende: 22.07.2017 12:00 Uhr
In einer offenen Führung geleitet Ludolf Heikens die Besucher durch die Organeum-Villa, erzählt über die Geschichte des Hauses und spielt auf ausgewählten historischen Tasteninstrumenten.
Beginn: 26.07.2017 15:00 Uhr
Ende: 26.07.2017 15:50 Uhr
Winfried Dahlke lässt Kompositionen aus verschiedenen Epochen auf Orgel, Cembalo, Clavichord, Tafelklavier und Harmonium erklingen. Dieses Musikangebot eignet sich auch für Familien mit Kindern, die im Organeum das Musizieren aus der Nähe mitverfolge...
Beginn: 26.07.2017 16:00 Uhr
Ende: 26.07.2017 17:00 Uhr
Dieser Zyklus bietet Bürgern und Besuchern der Stadt Leer die Gelegenheit zum Innehalten, Verweilen und Genießen. Wechselnde Organistinnen und Organisten der Region lassen die historische Brond de Grave-Winter-Orgel zur „Marktzeit“ erklingen.
Beginn: 29.07.2017 11:30 Uhr
Ende: 29.07.2017 12:00 Uhr
In einer offenen Führung geleitet Ludolf Heikens die Besucher durch die Organeum-Villa, erzählt über die Geschichte des Hauses und spielt auf ausgewählten historischen Tasteninstrumenten.
Beginn: 02.08.2017 15:00 Uhr
Ende: 02.08.2017 15:50 Uhr
Winfried Dahlke lässt Kompositionen aus verschiedenen Epochen auf Orgel, Cembalo, Clavichord, Tafelklavier und Harmonium erklingen. Dieses Musikangebot eignet sich auch für Familien mit Kindern, die im Organeum das Musizieren aus der Nähe mitverfolge...
Beginn: 02.08.2017 16:00 Uhr
Ende: 02.08.2017 17:00 Uhr